
Gewerkschaft macht Druck für bessere Bedingungen - Verdi will ab Montag die Charité bestreiken
In der Charité stehen die Zeichen auf Streik: Die Gewerkschaft Verdi ruft die Mitarbeiter auf, am kommenden Montag die Arbeit niederzulegen. Nach ihrer Darstellung hat die Charité in den Tarifverhandlungen kein "verhandlungsfähiges Angebot" vorgelegt. Die sieht jedoch noch Verhandlungsspielraum.
In der Charité treten am Montag möglicherweise tausende Mitarbeiter in den Ausstand. Grund sind die Tarifverhandlungen, die nach Meinung der Gewerkschaft Verdi kein Ergebnis gebracht haben. Die Charité habe in neun Gesprächsrunden und bei zahlreichen Arbeitstreffen bisher kein "verhandelbares Angebot" vorgelegt, sagte Verhandlungsführerin Heike Jäger rbb-online.
Bis zu 50 Klinikstationen betroffen
Nach ihren Angaben könnte es an den drei Standorten in Mitte, dem Benjamin-Franklin-Klinikum und am Rudolf-Virchow-Klinikum zum Ausstand kommen: Bis zu 50 Stationen seien dann möglicherweise betroffen, erklärt Jäger.
Aufgerufen wurden zwar alle Mitarbeiter, vor allem im pflegerischen Bereich rechne sie aber mit einer starken Beteiligung, sagte Jäger. Die Charité als Arbeitgeber habe jetzt noch die Möglichkeit, in die Schlichtung zu gehen und den Streik zu verhindern.
Die Charité sieht jedoch noch Verhandlungsspielraum. Die Uniklinik gehe nach wie vor davon aus, dass durch weitere Gespräche eine konsensfähige Lösung zwischen den Tarifparteien erreicht werden könne, sagte Charité-Sprecher Uwe Dolderer am Mittwoch nach dem Streik-Aufruf der Gewerkschaft. Ein konkretes Angebot legte er nicht vor.
Verdi fordert Aufstockung des Pflegepersonals
Die Tarifverhandlungen zwischen dem größten deutschen Universitätsklinikum und der Gewerkschaft Verdi hatten bereits im Juli 2013 begonnen. Im Mittelpunkt steht die Ausstattung mit Pflegekräften auf den Stationen. Verdi möchte durchsetzen, dass das Pflegepersonal deutlich aufgestockt wird. Bislang sei ein Mitarbeiter in der normalen Pflege für 12 bis 16 Patienten zuständig, sagte Jäger. Ideal sei aber ein Schlüssel von eins zu fünf.
Die Gewerkschaft fordert zudem eine Regelung für eine Mindestanzahl von Mitarbeitern auf den Stationen während der Nachtschichten. Es dürfe nicht sein, dass Pfleger nachts allein für eine ganze Station zuständig seien.


