
DKB verkauft 75 Prozent der Anteile - Gutachten soll Wert der Cottbuser Stadtwerke klären
Seit vier Jahren machen die Stadtwerke Cottbus wieder Gewinn. Doch die Stadt profitiert davon kaum, denn sie hält nur 25 Prozent der Anteile. Die anderen 75 Prozent stehen jetzt zum Verkauf. Die Stadtverordneten wollen nun durch ein Gutachten den Wert dieser Anteile klären lassen. Egal wie hoch dieser Wert ausfällt, für einen Kauf gibt es einen starken Konkurrenten.
Die Stadt Cottbus will durch ein Gutachten klären lassen, wie viel die zum Verkauf stehenden Stadtwerkeanteile Wert sind. Das hat am Dienstag die Stadtverordnetenversammlung entschieden. Die Experteneinschätzung soll dann die Grundlage dafür sein, ob Cottbus sich um den Rückkauf von der Deutschen Kreditbank (DKB) bemüht.
Vor zehn Jahren waren die Stadtwerke von der DKB vor der Insolvenz gerettet worden. 74,9 Prozent des Cottbuser Strom-, Gas- und Fernwärme-Versorgers übernahm die Bank, lediglich 25,1 Prozent blieben bei der Stadt. Cottbus will nun allerdings die Anteile wieder übernehmen, denn seit gut vier Jahren machen die Stadtwerke Gewinn.
Cottbus will dafür die derzeitige Verhandlungsführerin GWC (kommunale Gebäudewirtschaft Cottbus) von ihren Aufgaben entbinden und selbst Verhandlungen zur Übernahme der Anteile führen. Hintergrund dieses Vorhabens ist das Verhalten der DKB: Die DKB hatte der GWC mit Verweis auf das Aktienrecht einen Einblick in die Geschäftsbücher untersagt, so dass die Stadt derzeit nicht in der Lage ist, den Wert des Unternehmens abzuschätzen.

Remondis bekommt wohl den Zuschlag
So versucht also nun die Stadt - da sie selbst ja Anteile besitzt - doch noch Einblick in die Bücher zu gewinnen. Die Stadtverordneten wollen so erfahren, in welchen finanziellen Sphären sich das Bieterverfahren bewegen könnte. Die Stadt kann dann feststellen, ob sie in den Verhandlungen mitbieten kann.
Das Problem: Cottbus hat aufgrund seiner Schuldenlast (mehr als 200 Millionen Euro) nur einen begrenzten Spielraum, auch bei höheren Beträgen mitzubieten. Dennoch würde die Kommune aufgrund der sprudelnden Gewinne gern zugreifen.
Am vergangenen Freitag war allerdings bekannt geworden, dass sich ein europaweit arbeitendes Recycling- und Wasserwirtschaftsunternehmen, die Remondis AG, ebenfalls um die Anteile von der DKB bemüht. Nach rbb-Informationen soll die DKB gar bereits entschieden haben, Remondis auch den Zuschlag zu geben und die Stadtwerkeanteile noch in diesem Monat zu verkaufen.
Die Stadtwerke Cottbus beliefern 47.000 Privat- und Geschäftskunden mit Strom und Gas.

