Verdi erhöht Druck - Warnstreiks bei Müllabfuhr, Krankenhäusern und Schwimmbädern
In der laufenden Tarifrunde im öffentlichen Dienst hat die Gewerkschaft Verdi ihre Gangart verschärft: Am Donnerstag traten Mitarbeiter der Vivantes-Kliniken, der Bäderbetriebe und der Stadtreinigung in den Warnstreik. Aufgrund von Streiks in anderen Flughäfen kam es in Berlin zu Flugausfällen.
Dem Aufruf der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zu weiteren Warnstreiks im öffentlichen Dienst sind Donnerstag auch in Berlin viele Mitarbeiter gefolgt. Mit Warnstreiks bei der Müllabfuhr, in Kliniken und Schwimmbädern in Berlin hat die Gewerkschaft Verdi am Donnerstag im laufenden Tarifstreit im öffentlichen Dienst weiter Druck gemacht.
Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich etwa 3.000 Beschäftigte an den mehrstündigen Arbeitsniederlegungen. Auch Angestellte des Bundes ließen laut Verdi unter anderem zeitweise in der Bundestagsverwaltung, im Auswärtigen Amt, im Bundespresseamt, im Robert-Koch-Institut und in der Deutschen Rentenversicherung sowie im Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin die Arbeit ruhen.
Verspätungen bei der Müllabfuhr
Die Recyclinghöfe der Stadtreinigung BSR blieben wegen des Warnstreiks am Vormittag geschlossen, die Müllabfuhr verspätete sich um Stunden. Auch in vielen städtischen Schwimmbädern blieben die Türen zeitweise zu. Betroffen von den Arbeitsniederlegungen waren auch die sechs Kliniken der kommunalen Krankenhausgesellschaft Vivantes. Hier dauerten die Warnstreiks am längsten - bis zum Nachmittag. Es gab aber eine Notfallversorgung, wie es bei Vivantes hieß.
Wegen der Warnstreiks an Flughäfen in anderen Städten strichen Fluggesellschaften 34 Flüge von und nach Berlin. Betroffen waren Flüge von und nach Frankfurt und München.
Geforderter Sockelbetrag umstritten
Mehr als 2.000 Beschäftigte versammelten sich vormittags in Berlin zu einer zentralen Streikkundgebung auf der Straße des 17. Juni unweit des S-Bahnhofs Tiergarten. Die Folge waren erhebliche Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt. Arbeitgeber reagierten mit Unverständnis auf die Aktionen.
Verdi will mit den Aktionen Druck vor der dritten Tarifverhandlungsrunde ab dem kommenden Montag in Potsdam machen. In der zweiten Runde hatte es zwar eine Annäherung in einzelnen Punkten, aber insgesamt keinen Durchbruch gegeben.
Die Gewerkschaften fordern für die 2,1 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen eine Erhöhung der Gehälter um einen Sockelbetrag von 100 Euro und um weitere 3,5 Prozent. Außerdem wollen sie eine verbindliche Regel für die unbefristete Übernahme Auszubildender. Heftig umstritten ist vor allem der Sockelbetrag. Die Arbeitgeber diskutieren über eine "soziale Komponente", haben aber noch kein konkretes Angebot vorgelegt.
Verdi-Chef Frank Bsirske gab sich selbstbewusst. Sollte es bei den Verhandlungen nicht zu einer Einigung kommen, drohe ein Arbeitskampf mit hoher Beteiligung, sagte der Gewerkschafter auf einer Kundgebung vor rund 5.500 Teilnehmernam Mittwoch in Kassel. Ziel bleibe aber eine Einigung in der nächsten Gesprächsrunde.
Die Tarifverhandlungen gehen am 31. März im Kongresshotel Potsdam weiter.




