"C Evolution" fährt mit Strom - "Großes Grinsen unter dem Helm"
Der BMW-Elektrokleinwagen i3 wird schon produziert, ab Mai folgt das Pendant auf zwei Rädern. Im Spandauer Werk war Produktionsstart für den ersten bayerisch-berlinischen Elektroscooter. Er gilt als emissions-freier Staukiller. Auch wenn das High-Tech-Gerät 15.000 Euro kostet, hofft der Hersteller auf genügend gestresste Arbeitspendler, die künftig geräuschlos am Großstadtstau vorbeiziehen wollen. Von Johannes Frewel
Kein imposantes Anfahrgeräusch wie sonst bei motorisierten Zweirädern aus der BMW-Schmiede üblich. Aber beim Ampelstart lässt der anzugsstarke Elektroroller "C Evolution" selbst hoch motorisierte Zweiräder glatt stehen, beschreibt BMW-Projektleiter Christian Ebner am Freitag den brachialen Wums des Elektroantriebs stolz. Das sorge für ein "großes Grinsen unter dem Helm" des Evolution-Fahrers und die anderen hätten Grund zum Staunen. Bei 120 km/h wird abgeregelt. Dann reicht der Akku, der kostensparend aus dem i3-Elektro-Kompaktwagen von BMW stammt, für rund 100 Kilometer.
Teile aus Bayern, geschraubt wird in Berlin
200 Experten haben in München für die Entwicklung des Rollers 40 Monate benötigt, Verkaufsstart ist im Mai. Ein bayerisch-preußisches Gemeinschaftsprojekt, zusammengeschraubt wird der Elektroroller in Berlin, wie der Werksprojektleiter Thomas Wojeki erklärt. "Wir haben insgesamt dreieinhalb Jahre gebraucht, um das Werk mit dem Produktentstehungsprozess zu verzahnen." Zum Produkt gehören auch die Produktionsanlage und Produktionsprozesse, an denen die Hauptstädter seit gut zwei Jahren beteiligt werden. Das Ergebnis ließe sich sehen, denn eins – so Wojeki – könne man sehr gut in Berlin, nämlich BMW-Zweiräder auf "höchstem Niveau" zu montieren.
Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer würde sich indes wünschen, dass BMW hier nicht nur produziert, sondern auch mehr entwickelt. Berlin sei der Standort, an dem Unternehmen von leistungsstarker Forschung profitieren könnten. "Und wenn man das zusammenführt, dann kann das nur gut für Berlin sein".
Teuerster seiner Art
15.000 Euro soll der elektrisch betriebene Großroller kosten. Das sind rund 3.000 Euro mehr als das knatternde Pendant aus gleichem Hause. Dafür sorgt der Elektroroller für ein ganz neues Fahrgefühl, wie sich Entwicklungschef Ebner diebisch über den in dieser Form bislang konkurrenzlosen E-Roller freut. Nach einer Woche will man nichts anderes mehr fahren als diese "leichte Art der Mobilität", behauptet er. Und das nicht nur wegen der Stille, die einen umgibt und die Vögel im Park, die man plötzlich wieder hört. Sondern auch – so Ebner- weil die anderen an der Ampel stehen bleiben, wenn der "C Evolution" schon weg ist. "Bis der andere gekuppelt hat, sind sie schon an der nächsten Ampel."
Aufgeladen werden kann der Roller an jeder Steckdose. Nach vier Stunden ist der Akku, der zehn Jahre halten soll, wieder voll.





