
BMW-Präsenz eröffnet - Die neue Adresse von BMW in der Hauptstadt
Obwohl es nicht so einfach ist, in der Hauptstadt Autos zu verkaufen, leistet sich BMW eine neue Präsenz der Superlative: Auf über 40.000 Quadtratmetern Nutzfläche zeigt der bayrische Autokonzern seit Montag am Kaiserdamm/Ecke Messedamm, was er in Sachen Mobilität zu bieten hat.
Nach über 45 Jahren ist Schluss in der Berliner Huttenstraße in Tiergarten. Seit Montag lautet die neue Adresse der BMW-Niederlassung in der Hauptstadt Kaiserdamm/Ecke Messedamm in Charlottenburg.
Die bayrischen Autobauer haben sich hier eine Präsenz der Superlative hingestellt: In dem sechsgeschossigen Gebäude beträgt die Nutzfläche rund 46.000 Quadratmeter. Die Ausstellungsfläche hat sich damit verdoppelt. 65 Millionen Euro hat sich BMW seinen Neubau in Messe-Nähe kosten lassen. Ob Neu- oder Gebrauchtwagen, Mini oder Elektroroller – BMW bietet hier seine gesamte Palette zum Verkauf an.
Berlin kein einfaches Pflaster für Autoverkäufer
Wer in Berlin aber Autos verkaufen will, hat es nicht gerade leicht. Denn der Automarkt ist relativ klein und der Preisdruck dementsprechend hoch. In Deutschland kommen im Schnitt fast 500 Autos auf 1.000 Einwohner, in Berlin ist es nur etwas mehr als die Hälfte. Und der Trend in deutschen Großstädten geht eher zu weniger denn zu mehr Autos. Am besten verkaufen sich noch Klein- und Kompaktwagen.
BMW-Konkurrent Audi hat bereits im Februar seinen weltweit drittgrößten Showroom am Berliner Kurfürstendamm eröffnet. Und im ertragsreicheren Premium-Segment liegt Daimler vorn. BMW versucht nun aber nachzuziehen.
Die Niederlassungen in der Berliner Innenstadt an der Friedrichsstraße und in Moabit sollen nach und nach aufgegeben werden. Vor allem von der neuen Lage mit der unmittelbaren Nähe zur Autobahn verspricht man sich, die richtige Kundschaft in den Laden zu bringen. Noch bis Ende des Jahres soll aber der Standort an der Friedrichstraße weiter betrieben werden.
Strei um Asylbewerberheim in der Nähe des Autohauses
Bereits im Dezember letzten Jahres war die Hauptstadtpräsenz in den Schlagzeilen – aber in einem völlig anderen Kontext. Damals gab es den Vorwurf, dass BMW sich an dem nahe gelegenen Flüchtlingsheim in der Rognitzstraße störe. Demnach sollte es eine Vereinbarung zwischen dem Berliner Senat und dem Weltkonzern gegeben haben, dass die Unterkunft schließt, wenn die Präsenz öffnet. Nachdem diese Vorwürfe öffentlich wurden, bemühte sich BMW schnell um Schadensbegrenzung. Es gab keinerlei Interesse, die Asylbewerber zu vertreiben und eine Vertragsverlängerung des Flüchtlingsheims zu verhindern, erklärte BMW.
Allerdings räumte eine Sprecherin ein, dass einzelne BMW-Vertreter bei der Baustellenbesichtigung im Jahr 2011 gegenüber Politikern den Wunsch äußerten, dass das Flüchtlingsheim geschlossen werde. Der damalige Niederlassungsleiter sei inzwischen nicht mehr im Amt.
Der Berliner Senat wies die Vorwürfe ebenfalls zurück, bestätigte aber, dass BMW im Jahr 2011 angefragt habe, wie lange das Asylbewerberheim noch geöffnet bleibe.
Mittlerweile steht aber fest, dass der Mietvertrag für die Unterkunft in der Rognitzstraße, in der über 200 Asylbewerber leben, bis Ende 2014 verlängert wurde.
Mit Informationen von Markus Fischer und Robin Avram




