
Games Week 2014 - Entwickler trifft Zocker
Berlin ist mittlerweile die Hauptstadt für die digitale Spielebranche in Deutschland. Große und namhafte Studios sind hier bereits ansässig, aber auch junge Kreative versuchen ihr Glück. Vom 8. bis 13. April will die International Games Week dies auch auf der globalen Landkarte der Industrie sichtbarer machen.
Die Computerspiel-Szene in Berlin boomt. Immer mehr große Firmen lassen sich hier nieder. Neue Unternehmen gründen sich, die auf den großen Erfolg hoffen. In den nächsten Tagen richtet sich der Blick der Computerspielszene noch mehr auf die Hauptstadt: Am Dienstag hat die "International Games Week" (8.-13. April) begonnen. Bisher hieß sie "Deutsche Games Tage".
Im Fokus steht der Gamer
Die Veranstaltung soll internationaler werden und verstärkt Verbraucher ansprechen, so der Wunsch der Veranstalter. Mit der diesjährigen Games Week ist auch das Projekt "Berlin meets Poland" gestartet, ein Netzwerk für die Berliner und die polnische Games-Branche.
Weitere Programm-Highlights sind die "Quo Vadis" - die größte Spieleentwickler-Konferenz, das Festival "A Maze" für Independent-Spiele und das Gamefest für das Publikum am Berliner Computerspiele-Museum. Es gehe darum, wirtschaftliche, politische und kulturelle Aspekte der Branche zu verknüpfen, sagte Games-Week-Chef Michael Liebe vorab.
Die Konferenz verteilt sich in der Stadt auf insgesamt acht Orte, wobei die wichtigsten Orte das Café Moskau in Mitte für Konferenzen und das Computerspiele-Museum in Friedrichshain für öffentliche Veranstaltungen sind.
Die "Quo Vadis" ist das wichtigste Projekt der Games Week. Dabei sprechen Experten über Zukunftsprojekte. Ein zentrales Thema soll die Vermarktung sein. Unter anderen kommt Matias Myllyrinne, der Chef des finnischen Entwicklerstudios Remedy, das hinter bekannten Spielen wie "Max Payne" und "Alan Wake" steht.
Das Gamesfest am Computerspiele-Museum wird Anlaufpunkt für die Spieler sein: Hier können neue Games selbst ausprobiert werden. Höhepunkt wird der Auftritt der Player Gronkh und Sarazan am Samstagabend sein, die live auf der Bühne zocken werden. Das Gamesfest endet mit einem Konzert von D'Artagnan.
Ein "Matchmaking-Dinner" soll Entscheidungsträger aus Games-Branche, Politik und Telekommunikations-Industrie zusammenbringen.
"Ein Schaufenster für die Politik"
Der Geschäftsführer des Branchenverbandes BIU, Maximilian Schenk, forderte von der Politik mehr Unterstützung für die Spielebranche. Mit bereits von der EU-Kommission genehmigten britischen Plänen für Steuervergünstigungen für Games-Unternehmen gebe es für in Deutschland ansässige Firmen einen Wettbewerbsnachteil. Er sehe "Handlungsdruck für deutsche Wirtschaftspolitik". Die Games Week sei in dieser Situation auch "ein Schaufenster, um der Politik die Branche zu zeigen". Eine mögliche Hilfe könne Entwicklungsförderung sein.
Berlin ist mit Unternehmen wie Wooga unter anderem ein Zentrum für die Entwicklung von Online- und Smartphone-Spielen. Mit der Games Academy Hochschule hat auch das älteste Ausbildungsinstitut der Branche seinen Sitz in der Hauptstadt.
An der neuen Hochschule in Mitte beginnen jetzt zum Sommersemester die ersten Game-Designer ihr Bachelor-Studium. Zusätzlich kommen schon qualifizierte Spielprogrammierer aus aller Welt nach Berlin. Das wiederum lockt neue Firmen an, wie das Unternehmen king.com mitteilte. Die Firma ist gerade an die Börse gegangen.

