
Stillstand von 2013 aufgeholt - In Schwedt läuft´s wieder wie geschmiert
Im vergangenen Jahr ging in der Schwedter Raffinerie zeitweise nichts mehr. Stillstand. Für einen Monat wurde ein Großteil der Anlagen der PCK Raffinerie für die große TÜV-Prüfung angehalten. Die Raffinerie nutzte die Zwangspause für weitreichende Modernisierungen – die haben sich gelohnt, so das Unternehmen heute.
150 Millionen Euro hat die Raffinerie im vergangenen Jahr in die Modernisierung und Instandhaltung investiert – so viel, wie nie zuvor in der Firmengeschichte. Die Investitionen scheinen sich gelohnt zu haben: Trotz des einmonatigen Stillstands der Produktion zur Inspektion vor einem Jahr hat die PCK Raffinerie GmbH Schwedt (Uckermark) 2013 so viel Rohöl verarbeitet wie sonst auch. Aus 11,5 Millionen Tonnen wurden unter anderem Benzin, Diesel, Flüssiggas und Bitumen hergestellt.
Effektiver, aber keine höhere Kapazität
Unternehmenssprecherin Vica Fajnor sagt, "Wir haben ganz schön aufgeholt." Im Frühjahr 2013 war aufgrund von TÜV-Kontrollen ein Großteil der Produktionsanlagen für vier Wochen stillgelegt worden. Gleichzeitig wurden veraltete Anlagen gegen modernere ausgetauscht. Die nächste Inspektion steht 2016 an.
Nach kleineren Startschwierigkeiten arbeiten laut Unternehmensangaben alle neuen Anlagen ohne Probleme. Sowohl in puncto Energiebilanz als auch wirtschaftlich habe sich die Investition gelohnt - am teuersten sei ein sogenannter Aromizer-Ofen für die Produktion von Bestandteilen für Benzin mit hoher Oktanzahl gewesen. Er kostete rund 28 Millionen Euro.
Die neuen Anlagen sollen der Raffinerie erlauben, effektiver zu produzieren. "Wir können flexibler auf den Markt reagieren", erläuterte Fajnor. Die Produktion könne rascher umgestellt werden, wenn ein Produkt stärker nachgefragt werde. "Durch die neuen Anlagen haben wir nicht die Kapazität erweitert", betonte sie. "Wir produzieren nicht mehr und wir verarbeiten nicht mehr Rohöl."
Ukraine-Krise bisher ohne Auswirkungen
Bei PCK wird Rohöl unter anderem zu Kraftstoffen, Heizöl, Schwefel und Propylen verarbeitet. Das Öl kommt überwiegend aus Russland. Die Ukraine-Krise habe bis jetzt keine Auswirkungen auf das Werk gehabt, so die Sprecherin. Das Unternehmen hat mit Rosneft einen russischen Gesellschafter. Der Umsatz einschließlich Energiesteuer betrug im vergangenen Jahr 2,1 Milliarden Euro.
Die Schwedter Raffinerie ist eine von zwei Raffinerien in Ostdeutschland und gehört zu den größten bundesweit. Jedes zehnte Auto in Deutschland fährt mit Kraftstoff aus Schwedt. Die zweite ostdeutsche Raffinerie befindet sich am Chemiestandort Leuna (Sachsen-Anhalt). Von den derzeit rund 1150 Mitarbeitern in Schwedt geht ein großer Teil in den nächsten Jahren in Rente.
Mit der Ausbildung junger Leute und der Qualifizierung von Mitarbeitern sollen künftige Lücken geschlossen werden. Das Unternehmen bilde zwar über Bedarf aus. Doch ein Großteil der Chemikanten könne übernommen werden. Lehrlinge mit besonders gutem Abschluss würden zum Direktstudium geschickt. Derzeit hat die Raffinerie rund 100 Azubis. "Jährlich kommen 20 bis 30 neue hinzu", so Fajnor.


