
Stadt will Anteile zurück - Tauziehen um Cottbuser Stadtwerke
Die Stadtwerke Cottbus machen gute Gewinne, doch die Stadt profitiert davon kaum, denn sie hält nur noch 25 Prozent der Unternehmensanteile. Den Rest der Anteile möchte die Deutsche Kreditbank (DKB) nun verkaufen. Die Stadt ist interessiert an einem Rückkauf, doch nach rbb-Informationen könnte ein privater Bieter dieses Vorhaben durchkreuzen.
Im Tauziehen um die Cottbuser Stadtwerke hat die Deutsche Kreditbank (DKB) damit begonnen, erste Anteile an Bieter aus der Privatwirtschaft zu verkaufen. Nach Recherchen des rbb ging eine erste Charge an die Remondis AG, ein europaweit arbeitendes Recycling- und Wasserwirtschaftsunternehmen.
Die Cottbuser Stadtverordnetenversammlung hatte zuvor beschlossen, ihre Anteile an den Stadtwerken wieder auf mehr als 50 Prozent zu erhöhen, um damit wieder die Mehrheit an dem Energieversorger zu haben. Am Mittwochnachmittag hatte es dazu ein Treffen von Vertretern der DKB und der Stadt im Rathaus gegeben. Ein Ergebnis wurde nicht bekannt.

Stadt könnte gegen DKB klagen
Vor zehn Jahren waren die Stadtwerke von der DKB vor der Insolvenz gerettet worden. Seitdem hält die Bank rund 75 Prozent des Cottbuser Strom-, Gas- und Fernwärme-Versorgers, lediglich 25 Prozent blieben bei der Stadt.
Sollte die Stadt mit der DKB nicht ins Geschäft kommen, so war im Vorfeld zu hören, könnte das eine Klage zur Folge haben. Darüber müssten dann die Stadtverordneten entscheiden, in diesem Fall würde in der kommenden Woche eine Sondersitzung einberufen werden. Die Stadtwerke standen 2006 kurz vor der Insolvenz. Nach einer Sanierung schreiben sie nun seit dem Jahr 2010 wieder schwarze Zahlen.
DKB weigerte sich, Wert der Stadtwerke bekannt zu geben
Um das Verhandlungsklima zwischen Stadt und DKB scheint es ohnehin nicht zum Besten zu stehen. Im Vorfeld der Verkaufsverhandlungen hatte die Stadt ein Expertengutachten in Auftrag geben müssen, um den Wert der Stadtwerke abschätzen zu können. Die DKB hatte zuvor mit Verweis auf das Aktienrecht einen Einblick in die Geschäftsbücher der Stadtwerke untersagt.
(mit Informationen von Thomas Krüger)


