Ferkel stehen in einem Stall (Quelle: dpa)

Streit um Ferkelzuchtanlage im Spree-Neiße-Kreis - Saustall Wadelsdorf gegen den Schweinebaron

Im südlichen Brandenburg will einer der größten Schweinezüchter Europas, der Niederländer Adrian Straathof, eine stillgelegte Ferkelzuchtanlage wieder in Betrieb nehmen. Dagegen läuft die örtliche Bürgerinitiative "Saustall Wadelsdorf" Sturm. Nun hat der Landkreis eine Baugenehmigung erteilt. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

"Saustall Wadelsdorf" heißt die Bürgerinitiative, die sich im brandenburgischen Spree-Neiße Kreis gegen eine Ferkelaufzuchtanlage zur Wehr setzt. Der als berüchtigt geltende niederländische "Schweinebaron" Adrian Straathof will im Ort einen alten Mastbetrieb wiederbeleben. Gebaut wird dort seit geraumer Zeit, aber erst am Mittwoch hat der Landkreis die Baugenehmigung erteilt.

Mit der Taschenlampe gegen Bauarbeiten

Am Dienstagabend hatten sich noch etwa zehn Wadelsdorfer zusammengefunden, um zu kontrollieren, ob auf dem Gelände trotz des an dem Tag noch geltenden Baustopps weitergearbeitet wird. "Ich gehe immer mit einem mulmigen Gefühl raus", sagt Carola Freitag. "Denn die Leute, die wir dort schon erlebt haben, fühlen sich massiv gestört und reagieren aggressiv auf uns und darauf, dass Fotos gemacht werden." Natürlich fühlen die sich gestört, ergänzt Dietrich Kirmse: "Ist ja Sinn und Zweck der Übung, dass wir Präsenz zeigen. Denn wenn wir jetzt nichts tun, haben wir hinterher Riesenprobleme."

Gerade in den Abendstunden und auch am Sonntag werde auf der Anlage hektisch gearbeitet und Beton herangekarrt. Auch an diesem Abend dröhnen Hammerschläge, Baufahrzeuge treffen ein.

Bestandsschutz läuft aus

Die Bürgerinitiative wundert sich über die Eile nicht. Mitte November läuft nach drei Jahren der Bestandsschutz der Anlage aus - der Vorbesitzer musste im November 2011 wegen Verstößen gegen den Tierschutz aufgeben. Wenn nun der neue Schweinezüchter Straathof bis zum Stichtag 15. November keine Tiere in den Stall stellt, müsste er ein sehr aufwändiges neues Prüfverfahren nach dem Bundesemissionschutzgesetz mit Bürgerbeteiligung und allem Drum und Dran in Kauf nehmen.

"Wir sind keine Investitionsverhinderer", sagt Dietrich Kirmse von der Bürgerinitiative. "Aber das, was uns hier ganz offensichtlich erwartet, lässt uns die Haare zu Berge stehen. Er [Straathof] verhält sich wie ein Eroberer. Wie ein Kolonialherr tritt der Mensch hier auf."

Hausschwein (c) imago stock&people
Für die Anlage steht das OK des Landesumweltamtes noch aus

Landesumweltamt entscheidet

Die Bauaufsicht des Landkreises habe ihrerseits bei Kontrollen keine Verstöße mehr festgestellt, sagte Dezernent Olaf Lalk dem rbb am Dienstag. "Wir sind in der Pflicht, entsprechend des Gleichbehandlungsprinzips jedem seine Baugenehmigung zu erteilen." Am Mittwoch gab die Behörde bekannt, dass eben diese Baugenehmigung jetzt erteilt ist.

Über die Freigabe und Wiederinbetriebnahme der Zuchtanlage benötigt Bauherr Straathoff, der sich trotz mehrfacher Nachfrage zum Thema nicht äußerte, nun das Ok des Landesumweltamtes. Entschieden ist offenbar noch nicht. Es bleibt spannend in Wadelsdorf.

Mit Informationen von Iris Wussmann

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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