Symbolbild: Ein Smartphone mit der Aufschrift "Free WiFi" vor dem Brandenburger Tor (Quelle:imago/Jochen Tack)

Senat erteilt Zuschlag - Fränkische Firma soll Berliner WLAN-Netz ausbauen

Der Ausbau des kostenfreien WLAN in der Hauptstadt rückt endlich näher. Der Berliner Senat hat nach jahrelangem Hick-Hack nun einen Anbieter aus Fürth ausgewählt, der hunderte öffentliche Gebäude mit Hotspots ausstatten soll - gratis, aber mit Anmeldung.

Das öffentliche WLAN-Netz in Berlin wird von einem Unternehmen aus dem fränkischen Fürth aufgebaut. Wie der Senat jetzt bekanntgab, hat die Firma eine entsprechende Ausschreibung gewonnen und erhält rund 170.000 Euro Anschubfinanzierung. Bis Ende des Jahres soll der Anbieter im Gegenzug mehrere hundert Hotspots in öffentlichen Gebäuden wie Bürgerämtern, Bibliotheken und Rathäusern installieren. Mit dem werbefinanzierten Angebot können Nutzer gratis im Internet surfen.

Erfahrung mit dem Aufbau von WLAN-Hotspots hat das kleine Unternehmen aus Fürth reichlich. Die Sparkasse Nürnberg, eine Großraumdisko in Meppen und das Stadion des VfL Bochum haben die Franken ans Netz gebracht. Auch den G7-Gipfel in Elmau haben sie mit kabellosem Internet versorgt. Aber die Berliner Innenstadt ist das mit Abstand größte Projekt. Ein wirklich flächendeckendes freies WLAN wird es mit dem Ausbau nicht geben, aber zumindest an zentralen Orten der Stadt – vor allem innerhalb des S-Bahn-Rings – soll es künftig möglich sein, gratis im Internet surfen können.

Der dritte Anlauf seit 2008

Der Weg zu kostenlosem WLAN in Berlin ist bereits sehr lang: In sieben Jahren sind drei Anläufe gescheitert, zuletzt im April 2014, als ein geplanter Verbund mit mehreren Anbietern doch nicht zustande kam. Der Chef der Berliner Staatskanzlei hatte daraufhin eine neue Ausschreibung auf den Weg gebracht und die Konditionen der Förderung verbessert. Sieben Angebote bekam die Stadt daraufhin, zuletzt waren noch technische Fragen zu klären, hatte Björn Böhning Anfang Mai dem rbb gesagt.

Bislang gibt es in Berlin laut einer Übersicht der Senatsverwaltung für Wirtschaft rund 80 kostenfrei nutzbare öffentliche WLAN-Hotspots. Hinzu kommen etwa 200 Hotspots, die Mitglieder des Förderverein Freie Netzwerke e. V bereit stellen.

Mit Informationen von Christoph Reinhardt