Die Firmengründer und Vorstände David Schneider (Mitte, 2.v.l.-r) und Robert Gentz, sowie Vorstand Rubin Ritter, sitzen zusammen mit einem Moderator (l) am 02.06.2015 bei der Hauptversammlung der Zalando SE in Berlin auf dem Podium (Quelle: dpa)

Zalando hält an bisherigem Geschäftsmodell fest - Retouren gehen weiter aufs Haus

Auch wenn rund die Hälfte der ausgelieferten Waren wieder zurückgeschickt wird - bei Zalando sollen Retouren weiter kostenlos bleiben. Die Unternehmensführung kündigte am Dienstag an, Rücksendungen "for free" gehörten zum Geschäftsmodell. Die guten Zahlen bestätigen diesen Kurs.

Der Berliner Online-Modehändler Zalando will im Gegensatz zu einigen Konkurrenten an kostenlosen Rücksendungen festhalten. "Wir sehen Retouren als Teil des Geschäftsmodells", sagte Vorstandsmitglied Rubin Ritter bei der Hauptversammlung am Dienstag in Berlin.

Gratis-Rücksendungen verursachten zwar Kosten, sie seien aber wichtig für die Kundenzufriedenheit. "Wir werden auch künftig kostenlose und einfache Retouren anbieten." Die Rücksendequote bei Zalando liegt nach bisherigen Informationen bei rund 50 Prozent, gemessen am Umsatz.

Bei Versuchen habe sich gezeigt, dass Kunden weniger kauften, wenn man ihnen Retouren erschwere, sagte Rubin. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Ländern. Deutschland gehöre zu den Märkten, in denen die Kunden die kostenlosen Retouren "sehr schätzen" - und viel zurückschicken. Zalando wolle stattdessen die Zahl der Rücksendungen unter anderem mit einer besseren Bestimmung der passenden Kleidergröße verringern, kündigten die Manager an.

Schwarze Zahlen

Mit seiner Strategie fuhr Zalando bisher gut: Im vergangenen Jahr gelang dem Berliner Unternehmen der Sprung in die schwarzen Zahlen. Für 2015 rechnet der Modehändler mit 20 bis 25 Prozent Zuwachs. Im März kündigte Zalando bereits an, in neue Shop-Technologien und Eigenmarken investieren zu wollen. Rund 2.000 neue Beschäftigte sollen demnach in diesem Jahr europaweit neu eingestellt werden, vor allem Sofwareentwickler Daten- und Mobilfunkspezialisten, aber auch Mode-Designer. Ende 2014 beschäftigte Zalando rund 7.600 Menschen.

Kleinaktionäre im Großen zufrieden

Zalando hatte am Dienstag zur ersten Hauptversammlung seit dem Börsengang im vergangenen Herbst geladen. Die Aktie war im Oktober zunächst schwach gestartet und unter den Ausgabepreis von 21,50 Euro gerutscht. Inzwischen können die Anteilseigner zufrieden sein: Der Kurs liegt bei rund 30 Euro.

Die oft sehr kritischen Kleinaktionärs-Vertreter gaben sich entsprechend versöhnlich. Zugleich störten sie sich vor allem an zwei Punkten: Der Entscheidung, die Bezüge der Vorstände nicht einzeln auszuweisen, und der fehlenden Zusage einer Dividende.

Das Kräfteverhältnis bei der Hauptversammlung war klar geregelt: Auch nach dem Börsengang halten die Altaktionäre noch rund drei Viertel des Kapitals. Größter Anteilseigner ist die schwedische Investment-Gesellschaft Kinnevik, gefolgt von den deutschen Samwer-Brüdern und dem dänischen Modekonzern Bestseller, der hinter den Modemarken "Only", "Vero Moda" und "Jack & Jones" steht.

 

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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