Windräder stehen hinter Einfamilienhäusern in Brandenburg (Quelle: imago/koall)

Nach Protest in Brandenburg - SPD rückt von Windkraft-Ausbau ab

Die Brandenburger SPD steckt in der Klemme: Eigentlich hat sie sich auf den Ausbau der Windenergie festgelegt, auch um langfristig aus der Braunkohle auszusteigen. Doch im Land regt sich Widerstand: Zu laut und gesundheitsgefährdend seien die Windräder, kritisiert eine Volksinitiative. Jetzt beginnen die Genossen, leise zurück zu rudern. 

Angesichts des wachsenden Widerstands von Bürgern gegen Windkraftanlagen und Stromtrassenpläne stellt die Brandenburger SPD die Energiestrategie 2030 auf den Prüfstand. Dabei gehe es insbesondere um das Ziel, zwei Prozent der Landesfläche als Flächen für Windkraftanlagen festzulegen, teilte der SPD-Landesvorstand am Dienstag in Potsdam mit.

"Bewegung ist größer als gegen Braunkohle"

"Es gibt eine breite Bewegung gegen Windenergie, die ist wahrscheinlich quantitativ größer als die gegen Braunkohle", sagte SPD-Fraktionschef Klaus Ness. Damit müsse man sich auseinandersetzen. Allerdings sei die Windkraft für die Energiewende unverzichtbar. Das Ergebnis der Prüfung soll im kommenden Jahr vorliegen.

Eine Volksinitiative fordert größere Abstände der Rotoren zu Wohnsiedlungen und hat dafür 29.000 Unterschriften gesammelt. Daher muss sich nun der Landtag mit dem Anliegen befassen. Ness betonte allerdings, dass der geforderte Abstand von der zehnfachen Höhe der Anlagen bei der SPD keine Zustimmung finden werde. Denn danach müsste ein Mindestabstand um 2.500 Meter eingehalten werden. Der Bau neuer Anlagen würde damit erheblich eingeschränkt.

Schelte von der CDU

Die CDU war im Landtag bereits mit einem Antrag für größere Mindestabstände gescheitert. "Die SPD reagiert immer nach demselben Schema: Wenn der Druck zu groß wird, machen sie, was die CDU schon lange gefordert hat", kritisierte CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben.

Derzeit gilt für die Rotoren ein Mindestabstand von 1.000 Metern, ältere Anlagen wurden allerdings auch näher an Siedlungen gebaut. Die Volksinitiative befürchtet insbesondere gesundheitliche Auswirkungen durch den Infraschall wie beispielsweise erhöhten Blutdruck und Schlafstörungen.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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