Blick auf die Hecks stehender Lufthansa-Flugzeuge (Quelle: dpa)

Ankündigung zum 25. Flug-Jubiläum nach Berlin - Lufthansa will mehr Langstreckenziele aus Berlin anfliegen

Seit Oktober 1990 fliegt die Lufthansa ins wiedervereinigte Berlin. Vorher durfte die in Berlin gegründete Gesellschaft das 45 Jahre lang nicht. Anlässlich des Jahrestages kündigte das Unternehmen an, zukünftig auch Langstreckenziele vom Flughafen Tegel aus anzufliegen. Obwohl der aus allen Nähten zu platzen scheint, gibt es offenbar noch Kapazitäten.  

25 Jahre nach dem ersten Flug in das wiedervereinigte Berlin will die Fluggesellschaft Lufthansa ihr Engagement in Berlin ausbauen. Anders als vor einem Vierteljahrhundert setzt das Unternehmen dabei jedoch auf das Billigflieger-Publikum. "Wir wollen hier deutlich ausbauen in den nächsten Jahren, weil wir glauben, dass die Rolle Berlins als Luftverkehrsstandort wächst", sagte Vorstandschef Carsten Spohr. Derzeit geht es in Verhandlungen darum, den Flughafen Tegel in das Langstreckennetz der konzerneigenen Billigmarke Eurowings aufzunehmen.

Tegel sei zwar ausgelastet, so Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. Einzelne Zeitfenster seien aber noch frei, die der Betreiber gerne mit Langstrecken füllen würde.

Billigmarke Eurowings für große "Preissensibilität"

Künftig will die Lufthansa-Gruppe laut Spohr deutlich mehr als die aktuell gut 45 Ziele aus Berlin anfliegen. Die Hauptstadt sei einer der am schnellsten wachsenden Luftverkehrsstandorte. Jedoch sei auch die "Preissensibilität" besonders groß - weshalb Lufthansa hier stark mit der Billigmarke Eurowings operiert, in die auch die bisherigen Germanwings-Flüge übergehen. So will sich die größte deutsche Fluggesellschaft gegen die Konkurrenz von Ryanair und Easyjet behaupten.

"Berlin ist, war und bleibt Heimat für die Lufthansa", sagte Spohr. Der Konzern beschäftigt hier 3.500 Menschen. Die Stadt sei auch ein potenzieller Stationierungsort für Langstreckenflugzeuge, erklärte Spohr.

Der neue Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld soll - nachdem die Eröffnung bereits mehrfach verschoben wurde - 2017 in Betrieb gehen. In den vergangenen Wochen hatte es die Spekulation geben, Air Berlin als größter Kunde der Berliner Flughäfen werde seine Drehkreuzpläne für den BER zugunsten von Düsseldorf zurückfahren. Die Airline hat sich dazu aber offiziell noch nicht geäußert.

45 Jahre lang keine Lufthansa-Flüge nach Berlin

Der Regierende Bürgermeister Berlins, Michael Müller (SPD), zeigte sich bei einer Feierstunde zum Erstflug vor 25 Jahren erfreut über die Ankündigung Spohrs. Müller, der zugleich Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg ist, rief Lufthansa auf, zur Eröffnung des neuen Flughafens ein deutliches Signal für den Standort zu setzen. Zugleich riet er dem Unternehmen, sich nicht auf jeden Preiswettbewerb einzulassen.

Der erste Lufthansaflug in das wiedervereinigte Berlin 1990 war ein Sonderflug am 2. Oktober 1990. Am Morgen des 28. Oktober 1990 landete dann der erste Linienflug der Lufthansa auf dem Flughafen Tegel. Die zahlreichen Ehrengäste in dem Airbus 310-300, der in Köln/Bonn gestartet war, wurden feierlich empfangen.

Davor konnte das Unternehmen die Stadt 45 Jahre lang nicht ansteuern. Denn die DDR durfte nur von Flugzeugen überflogen werden, die aus einem Land der West-Alliierten stammten. West-Berlin war also, genau wie Ostberlin, für deutsche Fluglinien unerreichbar. Das galt auch für die Lufthansa, obwohl sie 1926 als "Luft Hansa" sogar in Berlin gegründet worden war.  

Die Fluggesellschaft, die inzwischen jede Woche mehr als 500 Mal von und nach Berlin-Tegel fliegt, wurde dann schnell zu einem der wichtigsten privaten Arbeitgeber der Stadt. Die Zahl der Mitarbeiter stieg von 19 mehr als 3.000. Das Unternehmen spricht von Investitionen von fast einer Milliarde in den Luftstandort Berlin in den vergangenen Jahren - viele davon in den Standort Schönefeld am neuen BER.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

Studio Frankfurt

Vom Landkreis Oder-Spree bis zur Uckermark: Das rbb-Regionalstudio Frankfurt (Oder) mit Nachrichten, Reportagen und Hintergründen aus der Region.  

Das könnte Sie auch interessieren

Aktenordner mit Bauanträgen für den BER (Bild Sebastian Schöbel-Matthey)

Baustellenbesuch am BER - Aktenberge voller Hoffnung

Bei nass-kaltem Herbstwetter lud der Flughafenchef zu einem Baustellenrundgang am BER. Detailliert erläuterte er den Zustand des Pannen-Flughafens, versuchte, viel Optimismus zu verbreiten. Tatsächlich tut sich auch was am BER - allerdings ist das Zeitpolster inzwischen fast gänzlich aufgebraucht. Von Sebastian Schöbel-Matthey

Air-Berlin-Flugzeuge am Flughafen Tegel (Quelle: dpa)

Jobabbau und Streckenstreichungen möglich - Air Berlin ringt ums Überleben

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft befindet sich weiter im Sinkflug. Die angehäuften Schulden übersteigen die Milliardengrenze, im ersten Halbjahr 2015 flog Air Berlin weitere Verluste von fast 248 Millionen Euro ein. Das Rettungskonzept dürfte harte Einschnitte beinhalten. Doch die große Lösung lässt auf sich warten.