Vier Kochtöpfe stehen auf einem Elektroherd (Quelle: imago/Jochen Tack)

Mehr Anbieterwechsel in 2015 - 450.000 Berliner wollen Stromkosten einsparen

Beim Strom schauen die Berliner aufs Geld. So wurden im vergangenen Jahr 450.000 Anbieterwechsel registriert. Immer mehr Kunden sind hinter den Wechselboni her. Beim Stromverbrauch ist der Wille zum Sparen allerdings nicht mehr ganz so groß.

Fast jeder fünfte Berliner Haushalt hat sich 2015 einen neuen Stromanbieter gesucht. Stromnetz Berlin - eine Tochter des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall - registrierte 450.000 Anbieterwechsel bei etwa 2,3 Millionen Haushalten und Gewerbebetrieben in der Hauptstadt, wie das Unternehmen mitteilt. Damit ergriffen die Berliner deutlich häufiger die Chance auf günstigere Strompreise als im Vorjahr.

450 Stromanbieter stehen zur Wahl

Im Jahr 2014 hatte es noch 72.000 Wechsel weniger gegeben. Damals hatten die Berliner allerdings auch etwas weniger Auswahl: Die Zahl der Stromanbieter stieg in einem Jahr von 420 auf 450. Einige Berliner wechselten den Stromanbieter inzwischen jedes Jahr, um immer wieder Wechselboni mitzunehmen, sagte Weidner.

Beim Stromverbrauch zeigt sich der Sparwille nicht mehr ganz so stark - er blieb in etwa stabil. Ein durchschnittlicher Berliner Haushalt nutzt etwa 2.200 Kilowattstunden Strom im Jahr. Gewerbekunden eingerechnet floss 2015 geringfügig weniger Strom durch das Berliner Netz: 13.700 Gigawattstunden statt 13.800 im Vorjahr.

Etwas mehr Stromausfälle

Im vergangenen Jahr gab es allerdings auch etwas mehr Stromausfälle: Jeder Berliner hatte im Schnitt 10,1 Minuten keinen Strom. Das ist etwas länger als im Vorjahr, in dem der Netzbetreiber Stromnetz Berlin erstmals knapp unter die 10-Minuten-Marke gerutscht war. "Für Deutschland ist das ein absolut exzellenter Wert", sagte Stromnetz-Sprecher Olaf Weidner.

Etwa die Hälfte des in Deutschland verbrauchten Stroms entfällt nach Daten des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) auf die Industrie (47 Prozent), nur ein Viertel auf Privathaushalte. Hier fließt der größte Teil in Kochen, Trocknen und Bügeln sowie in Kühl- und Gefrierschränke. Fernseher, Computer und andere Unterhaltungselektronik landen auf Platz drei vor der Warmwasserbereitung.

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