ARCHIV - Arbeiter montieren am 22.05.2005 die Glasfassade des Bahnhofs von Frankfurt am Main (Quelle: dpa)

Arbeitsmarkt im Dezember - Arbeitslosigkeit steigt in Berlin und Brandenburg wieder an

Die geringe Nachfrage im Dezember nach Arbeitskräften auf dem Bau und in der Landwirtschaft lassen die Arbeitslosenzahlen im Dezember wieder ansteigen. So legte die Quote in Berlin im Vergleich zum Vormonat auf 10,1 Prozent zu. Auch in Brandenburg stieg die Zahl saisontypisch an.

Die Arbeitslosigkeit ist in Berlin im Dezember leicht gestiegen. Die Quote legte im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 10,1 Prozent zu, wie die regionale Arbeitsagentur am Dienstag mitteilte. Im Vergleich aller 16 Bundesländer liegt Berlin damit auf dem drittletzten Platz.

Auch in Brandenburg waren im Dezember wieder etwas mehr Menschen auf Arbeitssuche als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zu November um 0,2 Punkte auf 8,3 Prozent, wie die regionale Arbeitsagentur weiter mitteilte. Unter den 16 Bundesländern landete Brandenburg damit auf Platz 12.

Weniger Nachfrage im Baugewerbe, Landwirtschaft und Gartenbau

Der Zuwachs in Berlin sei im letzten Monat des Jahres saisontypisch, sagte die Geschäftsführerin Jutta Cordt. In wetterabhängigen Branchen wie Baugewerbe, Landwirtschaft und Gartenbau würden dann weniger Arbeitskräfte nachgefragt.

Im Dezember waren in Berlin 184.267 Männer und Frauen arbeitsuchend gemeldet - das waren 1.879 mehr als im November, aber 7.546 weniger als im Dezember 2014. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote noch bei 10,5 Prozent. Im vergangenen Monat waren 25.090 offene Stellen gemeldet, 3.245 mehr als im Dezember 2014.

Arbeitslosigkeit steigt in Brandenburg saisontypisch

Auch in Brandenburg sprach Jutta Cordt von einem saisontypischen Zuwachs der Arbeitslosigkeit, bedingt durch die geringe Nachfrage nach Arbeitskräften auf dem Bau und in der Landwirtschaft.

Die Zahl der registrierten Arbeitslosen stieg um 3.274 auf 110.137. Das waren jedoch 8.159 weniger als vor einem Jahr. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 8,9 Prozent. Im Dezember waren den Behörden 16.922 offene Arbeitsstellen gemeldet, 4.868 mehr als im Dezember
2014.

Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit in Berlin und Brandenburg

Seit 1990 ist die Arbeitslosigkeit im letzten Jahr in Berlin und Brandenburg auf das niedrigste Niveau gesunken. Im Durchschnitt waren in der Hauptstadt 194.800 Frauen und Männer ohne Beschäftigung registriert, 8.100 weniger als im Jahr 2014. Die Arbeitslosenquote lag laut Bundesagentur für Arbeit damit bei 10,7 Prozent nach 11,1 Prozent im Jahr zuvor.

Für dieses Jahr erwartet das Forschungsinstitut der Agentur (IAB) in der Bundeshauptstadt einen Rückgang der Arbeitslosenzahl um rund 3000. Deutlich stärker, um rund 36.000 Menschen, soll die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten steigen. Der große Unterschied ergibt sich dadurch, dass viele Arbeitsplätze von Fachkräften besetzt werden, die aus anderen Bundesländern nach Berlin kommen.

Gute Konjunktur macht sich bemerkbar

In Brandenburg waren im Jahresdurchschnitt 114.900 Frauen und Männer erwerbslos gemeldet, das entspricht einer Quote von 8,7 Prozent. Im Jahr zuvor lag sie bei 9,4 Prozent. Die gute Konjunktur habe sich besonders auf Einstellungen von Unternehmen im Berliner Umland positiv ausgewirkt, sagte Jutta Cordt. Auch der weiterhin anhaltende Wegzug von Menschen aus Brandenburg führe zu einer niedrigeren Erwerbsquote. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, vor allem Ältere, nehme allerdings kontinuierlich zu: 42 Prozent aller Erwerbslosen seien seit mehr als einem Jahr ohne Arbeit.

Flüchtlinge machen sich in den Statistiken schwach bemerkbar

Die große Zahl ankommender Flüchtlinge wird sich in diesem Jahr bei den Arbeitsagenturen voraussichtlich nur relativ schwach bemerkbar machen. In Brandenburg dürften 2016 rund 4.000 Flüchtlinge in der Arbeitslosenstatistik auftauchen, sagte Holger Seibert vom agentureigenen Forschungsinstitut IAB. Die Prognose geht für dieses Jahr von einer stabilen Arbeitslosenzahl aus. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten dürfte hingegen um gut 12.000 oder 1,5 Prozent auf rund 816 000 steigen.

In Berlin werden in diesem Jahr etwa 6.500 Flüchtlinge als Arbeitslose in der Statistik erscheinen. Dass es nicht mehr sind, liege daran, dass es mindestens einige Monate dauere, bis Neuankömmlinge als Asylbewerber anerkannt sind und dann dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, sagte die Geschäftsführerin der Arbeitsagentur, Jutta Cordt. Viele müssten erst einmal qualifiziert werden, sagte sie. In Berlin wurden 2015 mehr als 54.000 Asylanträge gestellt.

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