Ein Lang-Lkw fährt auf der Autobahn bei Dachau. (Quelle: imago/Action Pictures)

13 Bundesländer dabei - Auch Brandenburg testet jetzt den Riesen-Lkw

Sie sind gut 25 Meter lang und bis zu 44 Tonnen schwer - die umstrittenenen Riesen-Laster, die zurzeit in verschiedenen Bundesländern getestet werden. Nun hat auch Brandenburg Autobahnen für den Test angemeldet. Befürworter und Kritiker streiten darüber, ob die extra langen Lkw den Verkehr entlasten oder eher für Schaden sorgen.

Der Test mit umstrittenen Riesenlastern auf dem deutschen Straßennetz wird erneut ausgeweitet. Als 13. Bundesland hat Brandenburg Strecken angemeldet, wie das Bundesverkehrsministerium am Freitag bestätigte. Zuerst berichtete das Magazin "Der Spiegel" darüber. Eine entsprechende Verordnung soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Ministeriumskreisen im Frühjahr veröffentlicht werden. An dem noch bis Ende dieses Jahres laufenden Test beteiligen sich inzwischen 51 Unternehmen mit 135 Lang-Lkw, die 25,25 Meter messen und bis zu 44 Tonnen schwer sind. Bislang dürfen Lkw in Europa maximal 18,75 Meter lang und 40 Tonnen schwer sein.

Das erlaubte Streckennetz ist mittlerweile mehr als 10.000 Kilometer lang, überwiegend auf Autobahnen. Weiterhin nicht am Test beteiligen sich Berlin, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat bereits prinzipiell signalisiert, dass Lang-Lkw nach dem Test in einen Regelbetrieb gehen sollten. Der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Martin Burkert (SPD), hatte sich dagegen ausgesprochen. Der Lang-Lkw sei "kein Fahrzeug für die deutsche Straßeninfrastruktur", hatte Burkert vor zwei Tagen erklärt.

Entlastung oder Sicherheitsrisiko?

Befürworter argumentieren, dass bei geeigneter Fracht zwei Lang-Lkw bis zu drei herkömmliche Lastwagen ersetzen könnten. Dies spare Sprit und entlaste die Straßen. Kritiker sehen die Verkehrssicherheit durch die überlangen Transporter gefährdet und warnen, Güterverkehr könnte von der Schiene auf die Straßen verlagert werden.

Brandenburgs Regierungskoalition von SPD und Linken hatte sich zunächst gegen Lang-Lkw ausgesprochen. Im vergangenen Herbst kam jedoch der Umschwung, jetzt sollen auf den Autobahnen 19 und 24 im Norden des Landes, der A13 in Südenbrandenburg und der A10 die größeren Lastwagen getestet werden. Während die oppositionelle CDU die neue Linie begrüßte, befürchten Brandenburgs Grüne unter anderem, dass auf das Land durch die Riesen-Lkw neue Kosten zukommen könnten, etwa um Kreisverkehre anzupassen oder Straßenschäden auszubessern.

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