Der Instandhaltungsbetrieb der Bahn in Cottbus (Quelle: imago/Rainer Weisflog)

Frist für Kaufangebote des Eberswalder Bahnwerks endet am Freitag - Gerber versprüht vorsichtigen Optimismus

Seit Wochen bangen die Mitarbeiter des Betriebswerks Eberswalde um ihre Jobs. Am Freitag endet die Frist für Übernahmeangebote interessierter Investoren. Dann will auch Brandenburgs Wirtschaftsminister Gerber wieder mit der Bahn sprechen. Gerber gibt sich bis dahin verhalten optimistisch.

Das Tauziehen um das von der Schließung bedrohte Bahnwerk in Eberswalde geht in die nächste Runde. An diesem Freitag sind erneute Gespräche zwischen dem Noch-Eigentümer Deutsche Bahn und dem Land Brandenburg anberaumt. Dabei soll es darum gehen, ob ein privater Investor möglicherweise das Werk übernimmt, was die Bahn bisher eigentlich abgelehnt hat.

Doch Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) gab sich am Mittwoch vorsichtig optimistisch. Er hoffe, dass die Bahn mit einem möglichen Investor in Verhandlung treten werde, sagte Gerber. "Wir haben mit der Bahn im Dezember verabredet, dass es bis zum 15. Januar ein Angebot möglicher privater Investoren geben soll", so Gerber.

Albrecht Gerber, Staatskanzleichef von Brandenburg, (l-r), Peter Altmaier (CDU), Chef des Bundeskanzleramtes, und Jörg Geibert, Innenminister von Thüringen, sitzen am 23.10.2014 in Berlin bei einer Pressekonferenz zum Thema Asyl- und Flüchtlingspolitik zusammen (Quelle: dpa).
Gerber erwartet von der Deutschen Bahn eine lösungsorientierte Prüfung möglicher Angebote.

Frist für Kaufangebote läuft Ende dieser Woche ab

Man sei momentan in der Schlussphase der Vorverhandlungen über die Abgabe möglicher Kaufangebote. Die Bahn sollte diese Angebote lösungsorientiert prüfen, "weil auch die Bahn ein Interesse daran haben muss, dass die öffentliche Auseinandersetzung aufhört und es zu einer Lösung kommt, die im Interesse der Menschen in der Region und des Industriestandortes ist", sagte der Wirtschaftsminister.

Die Bahn hatte im Dezember vorgeschlagen, das Werk für einen symbolischen Euro an das Land zu verkaufen. Doch wie das Wirtschaftsministerium mitteilte, sei ein Erwerb nur zulässig, wenn es für Landesaufgaben notwendig ist oder wenn ein "wichtiges Landesinteresse" bestehe. Deshalb ging das Land in intensive Verhandlungen mit der Bahn, um das Unternehmen von einem Verkauf des Eberswalder Werks an einen privaten Investor zu überzeugen.

Ob Gerber damit erfolgreich war, wird sich am Freitag zeigen. "Wir haben dafür gesorgt, dass die Interessenten alle Informationen bekommen, die sie brauchen um ein Angebot abzugeben", sagte Geber am Mittwoch. "Die Frist für ein Angebot läuft Ende dieser Woche ab und dann werden wir sehen, welche Angebote es gibt und wie diese aussehen." Wie viele Interessenten im Spiel sind, sagte er nicht.  

"Die Motivation ist am Boden"

Den Optimismus des Ministers teilt Andreas Hoffmann, Betriebsratsvorsitzender im Bahnwerk Eberswalde, nicht. "Die Motivation ist am Boden. Es ist schwer die Mitarbeiter noch davon zu überzeugen, Hoffnung zu haben", sagte Hoffmann.

Eigentlich sei die Auftragslage im Werk derzeit gut, berichtete Hoffmann im Wirtschaftsausschuss des Potsdamer Landtages. Aber immer mehr gute Mitarbeiter würden den Betrieb aufgrund seiner ungewissen Zukunft verlassen. "Viele Mitarbeiter wissen, dass die Möglichkeiten in der Region beschränkt sind. Deshalb versuchen sie so schnell wie möglich, einen relativ gut bezahlten Job zu finden", so Hoffmann.

In der 40.000-Einwohner-Stadt Eberswalde ist die Bahn einer der wichtigsten Arbeitgeber. Doch die Bahn will ihr Werk in der Stadt eigentlich Ende 2016 schließen. Die Landesregierung setzt sich hingegen für einen direkten Verkauf an einen Investor ein, um die Arbeitsplätze in Eberswalde zu retten. 

Mit Informationen von Dominik Lenz

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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