So soll es am Flughafen Tegel zugehen, wenn keiner Flieger mehr starten und landen (Quelle: Atelier Loidl)

Pläne für Neunutzung des Flughafen-Areals - Tegel soll zum Freizeit-Hotspot werden

Kletter-Turm, Open-Air-Arena, Campus - die Zukunft des Flughafen Tegel ist rosig, wenn sie denn irgendwann einmal beginnt. Zumindest sind nun die Pläne vorgestellt worden, die ein Berliner Architekturbüro entworfen hat. Zehn Millionen Euro soll der Umbau kosten und nach der Eröffnung des neuen Flughafens BER beginnen.

Wenn der Flughafen Tegel irgendwann nicht mehr gebraucht wird, soll er als Campus und Freizeitoase dienen. Nach aktueller Planung ist das ein halbes Jahr nach Eröffnung des BER – also frühestens 2018, da die BER-Eröffnung für die zweite Hälfte 2017 geplant ist. Am Donnerstag sind die Zukunftspläne von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung vorgestellt worden. Sie basieren auf Entwürfen des Landschaftsarchitekturbüros Loidl.

17.500 Jobs auf dem Flughafen-Gelände

Demnach wird auf der Fläche von fast 500 Hektar ein Forschungs- und Industriepark für urbane Technologien entstehen, der den Namen "Berlin TXL - The Urban Tech Republic" tragen soll. Zusätzlich entsteht im Osten des Areals ein Wohnquartier.

Geplant ist, dass bis zu 1.000 Unternehmen mit rund 17.500 Beschäftigten forschen, entwickeln und produzieren. Mehr als 2.500 Studierende ziehen mit der renommierten Beuth Hochschule in die Wabe - das ehemalige Terminalgebäude ein.

17 Vorschläge aus dem In- und Ausland im Rennen

Im August 2015 hatten die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und die Tegel Projekt GmbH einen Wettbewerb für die Gestaltung des Flughafen Geländes ausgelobt. 64 Landschaftsplanungsbüros aus dem In- und Ausland hatten sich zur Teilnahme beworben. 17 Architekturbüros blieben dann übrig, um ihre finalen Vorschläge zu entwerfen. Die Preissumme lag bei insgesamt 171.000 Euro.

Die Wettbewerbsjury unter dem Vorsitz der Landschaftsarchitektin Andrea Gebhard vergab den ersten Preis an das "Atelier Loidl Landschaftsarchitekten Berlin GmbH". Berlins Stadtplaner Engelbert Lütke Daldrup und Senatsbaudirektorin Regula Lüscher, die die Entscheidung mitgetroffen haben, sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Es sei ein überzeugendes, tragfähiges, gut umsetzbares Konzept, das der Urban Tech Republic das gewünschte Profil geben werde, so Lütke Daldrup.

Dort, wo jetzt noch Autos parken, soll es künftig eine Wasserfläche geben (Quelle: Atelier Loidl)
Dort, wo jetzt noch Autos parken, soll es künftig eine Wasserfläche geben

Konzerte, Kletter-Turm und Terrasse

Das Büro Loidl, das auch den Park am Gleisdreieck und den Freiraum der Museumsinsel entworfen hatte, berichtet auf seiner Website über die Idee für den Flughafen Tegel. Weil das ehemalige Flughafengelände aus einem Ensemble von Großstrukturen bestehe, mit Flughafengebäude, dem Flughafenvorfeld, den Landebahnen, und den weiten Wiesenflächen, seien diese besonders geeignet, sie mit neuem Leben zu füllen.

So soll der jetzige Tower irgendwann einmal als Kletterturm dienen, aus Parkplätzen soll eine Wasserfläche werden mit vorgelagerter Terrasse werden. Der Platz vor dem Tower soll er zentrale Ort des neuen Areals werden, auch als Bühne dienen oder für spontane Aktionen.

Die Bau- und Realisierungskosten werden mit von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit zehn Millionen Euro veranschlagt. Bis das Areal umgestaltet ist, werden aber auch mehrere Jahre vergehen.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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