Besucher informieren sich am 08.03.2015 auf der Internationalen Reisemesse ITB in Berlin in der Halle des Landes Iran. Die Reisemesse ITB endet am frühen Abend (Quelle: Rainer Jensen/dpa)

Ende der Sanktionen - Wirtschaft in der Region hofft auf Geschäfte mit dem Iran

Nach dem Ende der internationalen Sanktionen gegen den Iran hofft auch die Wirtschaft in Berlin und Brandenburg auf neue Geschäfte mit dem ölreichen Land. Während Berliner Unternehmen oftmals ihre Kontakte aufrecht erhalten konnten, versuchen Brandenburger Mittelständler nun, ihre Kontakte zu reaktivieren. 

Nach dem Ende der Sanktionen gegen den Iran hofft die Wirtschaft in der Region auf eine schnelle Wiederbelebung des Handels mit dem Land.

"Die Zeichen stehen gut, dass Berlins Exportwirtschaft an die traditionell guten Handelsbeziehungen mit dem Iran anknüpfen kann", sagte die stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführerin Melanie Bähr der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

Berliner Unternehmen stehen in den Startlöchern

Zuletzt hätten gut 100 Berliner Unternehmen Produkte in den Iran geliefert. "Viele Unternehmer haben seit dem letzten Jahr ihre oft seit Jahrzehnten bestehenden Kontakte dorthin aufgefrischt und können jetzt Geschäftsaktivitäten und -vorhaben konkretisieren und ausweiten", sagte Bähr. Für klein- und mittelständische Unternehmen sei es dabei besonders wichtig, dass die iranischen Banken wieder Anschluss ans internationale Geschäft bekommen.

Die jährlichen Berliner Iran-Ausfuhren könnten in fünf Jahren auf rund 160 Millionen Euro steigen, schätzt die IHK Berlin. Das wäre dann gut ein Prozent des gesamten Exportvolumens.

Brandenburgs Mittelständler reisen in den Iran

Auch die Wirtschaft in Brandenburg will das Geschäft mit dem Iran beleben. So wollen Mittelständler aus der Mark vermutlich im Oktober in das Land am Persischen Golf reisen. Ziel sei der langfristige Ausbau der Geschäftsbeziehungen in das Land, sagte der Fachbereichsleiter International der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam, Jens Ullmann am Dienstag.

Nach Angaben des Brandenburger Wirtschaftsministeriums hat es seit Jahren keine offiziellen Kontakte in das Land mehr gegeben. Die Ausfuhren stagnierten auf niedrigem Niveau. 2014 gab es im Vergleich zu 2013 eine deutliche Steigerung, jedoch unter den Zahlen von 2011. Die Exporte in den Iran machen 0,3 Prozent der gesamten Exporte des Landes Brandenburg aus.

Internationale Sanktionen aufgehoben

Die USA und die EU haben am vergangenen Wochenende nach zehn Jahren ihre Sanktionen gegen den Iran aufgegeben. Zuvor hatte die internationale Atomenergiebehörde IAEA in Wien bescheinigt, dass das Land sein Atomprogramm gemäß den Auflagen des Abkommens vom Sommer 2015 massiv zurückgebaut hat.

Nun geht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) davon aus, dass die deutschen Exporte in den Iran innerhalb von vier Jahren auf zehn Milliarden Euro vervierfacht werden können.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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