Touristen unternehmen am 20.08.2015 eine Kahnfahrt auf der Hauptspree im Spreewaldort Burg (Brandenburg). Foto: (dpa / Patrick Pleul)

Mehr Gäste und mehr Übernachtungen - Elftes Jahr in Folge Tourismusrekord in Brandenburg

Urlaubern scheint es in Brandenburg zu gefallen: Auch 2015 ist die Zahl der Touristen weiter gestiegen. Aus dem Ausland kommen vor allem Niederländer und Polen. Besonders beliebt sind die Seengebiete. Und die Besucher campen gerne - auch in ungewöhnlicher Form.

Die Tourismusbranche in Brandenburg ist weiter im Aufwind: Mit 4,6 Millionen Feriengästen und 12,5 Millionen Übernachtungen sei im vergangen Jahr zum elften Mal in Folge eine Rekordmarke erreicht worden, berichtete Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) am Freitag.

Brandenburg sei für Gäste aus ganz Deutschland sowie für ausländische Urlauber vor allem aus den Niederlanden und Polen ein attraktives Reiseland geworden. "Das ist umso bemerkenswerter, als wir weder den Bayerischen Wald noch die Ostsee haben", sagte Gerber. "Als Urlaubsland kamen wir quasi aus dem Nichts." Es sei die Mischung aus Wasser- und Fahrradtourismus, gepaart mit einzigartigen Kulturangeboten, die immer mehr Urlauber anzieht, so Gerber.

Jede 13. Übernachtung von ausländischen Gästen

Nach Brandenburg kamen im vergangenen Jahr laut dem Ministerium 5,9 Prozent mehr Urlauber als 2014. Mit ihnen stieg die Zahl der Übernachtungen um 4,9 Prozent - ein neuer Rekord. Mit mehr als 10.000 Unternehmen, 60.000 Beschäftigten und einem Umsatz von mehr als 4,3 Milliarden Euro sei die Branche ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Brandenburg, so das Wirtschaftsministerium in einer Mitteilung.

Jede 13. Übernachtung wurde demnach von Gästen aus dem Ausland gebucht. Aus den Niederlanden und aus Polen kamen die meisten ausländischen Urlauber nach Brandenburg. Aber auch Dänen und und Tschechen gefällt es offenbar im Land. Bei diesen Besuchern gebe es zweistellige Zuwächse, hieß es.

Spitzenreiter Seenland Oder-Spree

Am beliebtesten bei den Urlaubern sei mit rund 662.000 Gästen auch 2015 wieder das Reisegebiet Seenland Oder-Spree gewesen, so das Ministerium. Dort seien auch die meisten Übernachtungen gebucht worden (rund 2,1 Millionen). Auf den Plätzen zwei und drei lagen sowohl bei Gästen als auch Übernachtungen der Spreewald und das Ruppiner Seenland.

Den stärksten Zuwachs habe es im Havelland gegeben, in dem 2015 die Bundesgartenschau stattfand, mit einem Plus von 19,1 Prozent bei den Gästezahlen und 17,4 Prozent bei den Übernachtungen. Deutlich mehr Besucher seien auch ins Lausitzer Seenland gekommen (+10,4).  In der Lausitz entsteht durch die Flutung ehemaliger Tagebaue eine künstliche Wasserlandschaft.

Besonders gefragt sind laut Gerber auch das Tropical Islands, der Scharmützelsee und die Potsdamer Schlösserlandschaft.

Campen wird dabei nach Angaben des Ministeriums immer beliebter: Mehr als 1,1 Millionen Übernachtungen wurden hier verbucht - unter anderem in alten Weinfässern, im Schäferwagen oder in beheizten Zelten.

Wesentliche Anziehungspunkte für Touristen in Brandenburg sind auch die Kulturangebote. Diese Aussage des Wirtschaftsministers stützt sich auf eine Untersuchung im Auftrag der Tourismus Marketing Brandenburg (TMB) von Anfang Januar. Demnach verbindet fast jeder zweite Besucher mit seiner Reise kulturelle Aktivitäten; für knapp ein Drittel der Brandenburg-Gäste sind die Kulturangebote der Hauptanlass für ihre Reise.

Neues Konzept soll Tourismus weiter voranbringen

Noch stärker voranbringen will die Regierung den Tourismus in Brandenburg mit einem neuen Konzept, das das Kabinett im Februar verabschiedete. Die Landestourismuskonzeption definiert Stärken und Schlüsselaufgaben und soll im März im Landtag behandelt werden. Erste Umsetzungsschritte will die Politik in den nächsten Wochen mit der Branche verabreden.

Auch in Berlin wachsen die Tourismuszahlen weiter: Im Jahr 2015 wurden 30 Millionen Übernachtungen von in- und ausländischen Besuchern gezählt - so viele wie nie zuvor. Auch bei der Zahl der Übernachtungen wurde ein neuer Rekord gebrochen: Mit 30,25 Millionen (plus 5,4 Prozent) lag sie zum ersten Mal über 30 Millionen in einem Jahr.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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