Archivbild: Feuerwehrleute löschen am 13.04.2015 eine Lagerhalle in Prenzlau (Brandenburg) (Quelle: dpa)

Nach verheerendem Brand bei Autozulieferer - Boryszew darf Werk in Prenzlau wieder aufbauen

Rund 300 Menschen hatten nach dem verheerenden Brand bei einem Autozulieferer in Prenzlau um ihre Jobs gebangt - weil die Zusage, das Werk neu zu errichten, lange ausblieb. Nun aber steht fest: Der Wiederaufbau darf ab sofort beginnen. Zukünftig können sogar mehr Menschen beschäftigt werden als bisher. 

Der polnische Automobilzulieferer Boryszew kann ab sofort mit dem Neubau seiner 2015 abgebrannten Produktionsstätte in der Uckermark beginnen. Am Freitag erteilte das Landesumweltamt die notwendige Zulassung für einen vorzeitigen Baustart, wie das Umweltministerium in Potsdam mitteilte. Damit könne verhindert werden, dass das Unternehmen Aufträge an Zulieferer verliert, hieß es.

"Nach dem in weniger als drei Monaten durchgeführten Genehmigungsverfahren und mit der Förderung des Landes entsteht im Gewerbegebiet Prenzlau-Nord eine moderne Kunststoff-Galvanikanlage, die mit mindestens 350 Arbeitsplätzen ein Sechstel mehr Menschen als im alten Betrieb beschäftigen wird", sagte Umweltminister Jörg Vogelsänger.

Vollständige Produktion voraussichtlich 2017

In den Bau der neuen Stätte, wo Kunststoffteile für die Automobilindustrie hergestellt werden sollen, werden mehr als 21 Millionen Euro investiert, hieß es weiter. Das Land beteiligt sich demnach mit rund vier Millionen Euro.

Ein Feuer hatte am 13. April 2015 große Teile der Produktionsstätte in Prenzlau zerstört. Das Feuer brach zunächst in einer 1.000 Quadratmeter großen Lagerhalle aus. Es erfasste drei Teile der riesigen Halle sowie teilweise das Verwaltungsgebäude. Rund 100 Einsatzkräfte hatten das Feuer erst nach mehreren Stunden unter Kontrolle bringen können. Wegen der widrigen Windverhältnisse waren die Löscharbeiten schwierig. Der entstandene Schaden lag in Millionenhöhe.

Vor der jetzigen Zulassung hatte es beim Land ein Immissionsschutzverfahren zu dem Standort gegeben. Dabei ging es unter anderem um Schutz vor Lärm und Gerüchen. Die Firma stellt unter anderem Türgriffe, Zierleisten und Typenschilder für die Autoindustrie her. Nach dem Aufbau des Werkes auf der Fläche von 14.500 Quadratmetern könnte Anfang 2017 mit der vollständigen Produktion auf dem Prenzlauer Gewerbegebiet begonnen werden, hieß es vom Umweltministerium. 

Prenzlauer Produktionshalle brennt komplett ab

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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