Ein Mitarbeiter von Bombardier in einer Fertigungshalle des Werks in Hennigsdorf. (Quelle: imago/Jürgen Heinrich)
Video: Brandenburg aktuell | 18.02.2016 | Ismahan Alboga

Reaktionen auf angekündigten Stellenabbau bei Bombardier - "Es kann praktisch jeden treffen"

Weltweit will der kanadische Konzern Bombardier Stellen abbauen – allein in Deutschland mehr als 1.400. Inwieweit der Standort Hennigsdorf betroffen sein wird, ist noch unklar. Die Gewerkschaft IG Metall kündigt jedenfalls schon einmal mögliche Protestaktionen an. Von Ismahan Alboga

Sieben Standorte hat  Bombardier in Deutschland, das größte Werk befindet sich in Hennigsdorf (Oberhavel). Aktuell werden hier unter anderem S-Bahn-Züge für Hamburg sowie Talent-2-Züge für die Deutsche Bahn gebaut.

In Hennigsdorf sind mehr als 2.000 Mitarbeiter beschäftigt. Eine Schließung des Standortes schließt das Unternehmen aus, wie Sprecher Immo von Fallois am Donnerstag dem rbb sagte. "Wir sprechen mit den Sozialpartnern über einen Stellenabbau. Wie hoch der ist, kann ich nicht sagen. Ich glaube, wir werden das in den nächsten Wochen mitteilen."

Betriebsrat: Viele Probleme werden nicht angepackt

Es wird also Entlassungen geben. Seit 35 Jahren ist Thomas Haeuseler bei Bombardier als Ingenieur beschäftigt. Dass der kanadische Konzern 7.000 Stellen weltweit und davon allein 1.430 in Deutschland streichen will, sorgt in Hennigsdorf für große Unsicherheit. In einem Schreiben der Geschäftsführung habe es geheißen, es könne praktisch jeden treffen, erklärte Haeuseler. "Allzu sicher sollte sich keiner fühlen."

Der Betriebsrat ist verärgert darüber, dass Bombardier auf die Krisensituation mit Personalabbau reagiert. "Wir sehen viele andere Probleme und Bedarfe, hier Dinge zu verändern und zu verbessern. Die werden nicht angepackt, man greift wieder zum Mittel des Personalabbaus", moniert Michael Wobst vom Gesamtbetriebsrat.

IG Metall will "Personalkahlschlag" nicht akzeptieren

Der angekündigte Stellenabbau beunruhigt auch die Politik in Brandenburg. Der Wirtschaftsminister setzt sich für den Standort ein. Er habe am Donnerstag mit der Unternehmensführung, dem Betriebsrat und der Gewerkschaft telefoniert - am Montag werde es Gespräche mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort geben, sagte Albrecht Gerber (SPD) dem rbb. "Sie können sicher sein, dass wir die Interessen der Brandenburger Beschäftigten - und natürlich auch die der Berliner, die dort arbeiten - vertreten werden."

Protest kommt von der Gewerkschaft. Die Sparmaßnahmen würden auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen. Die IG Metall behalte sich vor, zu Protestaktionen aufzurufen, kündigte der Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, Olivier Höbel, an, "um hier deutlich zu machen, dass wir diese Art des Personalkahlschlags nicht akzeptieren". Der Betriebsrat will sich auf jeden Fall wehren.

Beitrag von Ismahan Alboga

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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