Die Biosphäre Potsdam strotzt vor grünen Pflanzen. (Quelle: rbb Fernsehen/Brandenburg aktuell)
Video: Brandenburg aktuell | 02.03.2016 | Tim Jaeger

Schule in Tropenhalle Biosphäre geplant - Lernen im Potsdamer Dschungel

Verschlungene Pfade, tropische Temperaturen, Leguane am Wegrand. Die Biosphäre in Potsdam war einst eine Attraktion für die Bundesgartenschau – ist jetzt aber eher ein Sorgenkind der Stadt. Die Tropenhalle lohnt sich wirtschaftlich nicht. Deshalb will Potsdam den Miniatur-Dschungel durch eine Schule ersetzen.

Die Tropenlandschaft in der Potsdamer Biosphäre könnte bald der Vergangenheit angehören. Wenn es nach der Stadt geht, sollen hier bald Kinder zur Schule gehen.  

Denn obwohl die Tropenhalle bei Touristen und Potsdamern beliebt ist, lohnt sich der Betrieb nicht. 1,5 Millionen Euro muss die Stadt jährlich für Betriebskosten zahlen. Damit es sich wirtschaftlich trotzdem rentiert, müssten doppelt so viele Besucher die Biosphäre besuchen.

Glasboxen für fast 1.000 Schüler

Deswegen wird bereits seit rund einem Jahr nach einer neuen Möglichkeit gesucht, die Biosphäre sinnvoll zu nutzen. Stadtspitze und die kommunale Bauholding Pro Potsdam wollen nun eine Gesamtschule in die Halle bauen.

Dafür sollen in die Hallen Boxen aus Glaswänden installiert werden, die über Gänge miteinander verbunden sind. In diesen Kästen soll dann der Unterricht stattfinden, "so dass die Schüler in einem sehr hellen Raum sitzen, und auch das Hallen-Feeling genießen können" sagte Bert Nicke, der Geschäftsführer der Bauholding Pro Potsdam, dem rbb. In den Klassen-Boxen hätten 930 Schüler Platz, außerdem soll eine Sporthalle und ein Jugendclub gebaut werden.  

Öffentlicher oder freier Träger?

Der Einbau der Schule inklusive einer Jugendfreizeit-Einrichtung in die Biosphäre würde laut Nicke 34,3 Millionen Euro kosten. Die Investitionskosten lägen knapp 30 Prozent höher als bei einer "normalen Schule auf der grünen Wiese". Außerdem lägen durch das Hallenvolumen und die Besonderheiten der Halle die Betriebskosten höher. Bezahlen könnte das entweder die Stadt Potsdam, die Schule würde dann in öffentlicher Trägerschaft betrieben werden.

Es wäre aber auch möglich die Biosphäre einem freien Träger zu übertragen. Laut Nicke könne der wegen der hohen Investitionskosten mit einem Zuschuss der Stadt von circa 10 Millionen Euro rechnen. Der freie Träger "Leonardo Da Vinci Campus" aus Nauen hat bereits Interesse bekundet. Für die Stadt wäre es billiger. Potsdam bekäme dann aber eine weitere Privatschule, für die Eltern zahlen müssten. Den Plänen muss jetzt noch das Stadtparlament zustimmen.   

Mit Informationen von Anne Demmer und Tim Jaeger

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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