Ein Dachgeschoss wird in Berlin Friedrichshain ausgebaut (Quelle: dpa)

Zahlen für Februar - Wohnungsbau drückt Arbeitslosenquote weiter nach unten

Die günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt hält in Berlin und Brandenburg an: So gab es im Februar etwas weniger Arbeitssuchende als im Vormonat. Vor allem der Boom beim Wohnungsbau und volle Auftragsbücher sorgen für den Positiv-Trend in der Hauptstadtregion.

Die Zahl der Arbeitslosen in Berlin und Brandenburg ist im Februar leicht zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote liegt im Februar in der Region bei 10 Prozent, wie die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag  mitteilte.

In Berlin wurden insgesamt 193.701 Arbeitssuchende gemeldet, 2.082 weniger als im Januar. Die Arbeitslosenquote lag bei 10,6 Prozent. Das waren 0,1 Prozent weniger als im Vormonat. Den Berliner Arbeitsagenturen und Jobcentern lagen im Februar 25.506 offene Stellen vor, 4.511 mehr als vor einem Jahr. In allen Bezirken gab es einen leichten Rückgang der Arbeitslosenquote. Nach wie vor ist sie in Neukölln mit 15,4 Prozent aber am höchsten, gefolgt von Reinickendorf (13,1), Spandau und Friedrichshain-Kreuzberg (beide 11,7).

Auch in Brandenburg ging die Quote leicht um 0,1 auf 9,1 Prozent zurück. 120.134 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 1.577 Frauen und Männer weniger als im Vormonat. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 9,8 Prozent gelegen. Im Februar waren im Land 17.969 offene Stellen gemeldet, 4.457 mehr als vor einem Jahr.

In allen Landkreisen und kreisfreien Städten waren die Quoten ebenfalls leicht rückläufig. Die Uckermark ist mit 15,7 Prozent zwar Spitzenreiter im Land, doch mit 0,4 Prozent ging die Arbeitslosigkeit hier am stärksten zurück. Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz sank die Quote von 12,5 im Januar auf 12,3 Prozent, gefolgt von der Prignitz (11,9) und dem Elbe-Elster-Kreis (10,7). Stabil sind die Quoten in Teltow-Fläming (Februar und Januar: 6,9) und Dahme-Spreewald (Februar und Januar: 6,6). Von den kreisfreien Städten liegt die Arbeitslosigkeit nach wie vor in Brandenburg an der Havel mit 11,9 Prozent am höchsten. Gefolgt von Cottbus und Frankfurt (beide 10,6). In der Landeshauptstadt Potsdam beträgt die Quote 7,3 Prozent.

"Viele Firmen haben volle Auftragsbücher"

Gründe für die stabile Lage seien die aktuell guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Hauptstadtregion, wie Jutta Cordt, Geschäftsführerin der BA-Regionaldirektion Berlin-Brandenburg sagte. Sehr positiv fiele die Entwicklung im Gesundheitswesen, dem Baugewerbe und der Dienstleistungsbranche aus. "Viele Firmen haben gerade volle Auftragsbücher. Die Berliner Baubranche profitiert vom anhaltenden Boom beim Wohnungsbau", so Cordt.

Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Februar um 9.000 auf 2,911 Millionen gesunken. Das sind 106.000 Erwerbslose weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit weiter mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkt auf 6,6 Prozent.

Kolat: Sinkende Jugendarbeitslosigkeit "ein großer Erfolg"

Berlins Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD) bewertete die sinkenden Arbeitsmarktzahlen als "gute Entwicklung". Dass sich der Arbeitsmarkt gut entwickelt, werde auch deutlich bei der Jugendarbeitslosigkeit, teilte die Senatorin mit. So waren laut Bundesagentur für Arbeit im Februar 15.052 Jugendliche arbeitslos gemeldet. Das sind 889 weniger als im Februar letzten Jahres. Damit sank die Quote von 10,3 Prozent auf 10,1 Prozent.

"Wenn man bedenkt, dass im Februar 2012 die Jugendarbeitslosigkeit noch bei fast 23.000 lag, während wir heute bei 15.000 sind, ist das ein großer Erfolg", so Kolat.

Auch Arbeitsministerin Diana Golze (Linke) zeigte sich über die Brandenburger Zahlen erfreut. "Die Arbeitskräftenachfrage befindet sich weiter auf einem sehr hohen Niveau", teilte die linke Politikerin am Dienstag mit. Besonders erfreut zeigte sich die Ministerin, dass die Zahl der arbeitslosen Frauen weiter sinkt. Die Arbeitslosenquote von Frauen liegt aktuell bei 8,1 Prozent, die der Männer bei 9,9 Prozent.

Allerdings räumte Golze ein, dass immer mehr Frauen "unfreiwillig in Teilzeit arbeiten". Außerdem werden "Frauen bei der Bezahlung weiter diskriminiert". "Selbst bei gleicher Qualifikation und vergleichbaren Tätigkeiten besteht nach wie vor eine Entgeltlücke im Land Brandenburg von acht Prozent", so die Ministerin.

Saisonaler Anstieg im Januar

Im Januar war die Erwerbslosenquote in beiden Ländern saisonbedingt gestiegen. In Berlin lag sie bei 10,7 Prozent, in Brandenburg bei 9,2 Prozent. Nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit suchen Betriebe in Berlin und Brandenburg weiter händeringend neue Mitarbeiter. Nicht immer gelinge es Unternehmen, Stellen rasch zu besetzen.

Gesucht werden in Brandenburg Fachkräfte besonders von Gesundheits- und Pflegediensten, im Baugewerbe und in Industrie und Handwerk. In Berlin stehen das Gesundheits- und Sozialwesen sowie der Einzelhandel im Mittelpunkt.

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