Ein Arbeiter im Bombardier-Werk in Hennigsdorf arbeitet an einem Zug (Quelle: dpa)

Unternehmen will 270 Stellen in Hennigsdorf streichen - Protest gegen Stellenabbau bei Bombardier angekündigt

Der Zughersteller Bombardier hat angekündigt, Jobs zu streichen - um wettbewerbsfähig zu bleiben, wie es heißt. Das könne nicht die Lösung für die Probleme sein, sagt der Betriebsrat. Er beriet am Freitag mit Gewerkschaftern, wie es weitergehen soll. Geplant ist ein Aktionstag am 17. März.

Der geplante Stellenabbau beim Zugbauer Bombardier Transportation stößt auf Widerstand. Betriebsräte und die Gewerkschaft IG Metall haben für den 17. März einen gemeinsamen Aktionstag angekündigt.

"Die Konzeptionslosigkeit des Managements wird zu einer existenziellen Bedrohung der Standorte in Ost und West", kritisierte Olivier Höbel, der Bezirksleiter der IG Metall für Berlin, Brandenburg und Sachsen, am Freitag nach einer Konferenz in Schönefeld (Dahme-Spreewald). Er forderte von Bombardier Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite.

Betriebsrat: Stellenabbau ist nicht die Lösung

Das Unternehmen hat angekündigt, 1.430 seiner 10.500 Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen, davon 270 am größten Standort Hennigsdorf (Oberhavel).

Der Gesamtbetriebsrat und die Gewerkschaft kamen am Freitag zusammen, um Alternativen zu einem Stellenabbau zu entwickeln. Es gebe viele Probleme beim Unternehmen, die gelöst werden müssten, bei denen Personalabbau aber nicht die Lösung sei, sagte der Betriebsratsvorsitzende am Standort Hennigsdorf (Oberhavel), Michael Wobst, am Morgen vor der Sitzung dem rbb. Als Themen der Konferenz nannte Wobst unter anderem die Unternehmensorganisation, Forschung, Entwicklung sowie die Produkt- und Marktstrategie.

Nach rbb-Informationen soll es am Montag (7. März) eine Betriebsversammlung in Henningsdorf geben. Dann sollen Details dazu bekannt gegeben werden, wie hier der Betrieb umgebaut werden soll. Auch in der Berliner Zentrale sollen Stellen abgebaut werden. Wie viele Jobs gefährdet sind, ist aber noch unklar.

Brandenburg will Stellenabbau verhindern

Das kanadische Unternehmen hatte in der vergangenen Woche die Stellenstreichungen angekündigt. Als Grund für die Entlassungen nannte ein Sprecher die "sehr starke Wettbewerbslage durch Konkurrenz aus Asien und Osteuropa." Es seien Anpassungen nötig.

Das Land Brandenburg will einen Stellenabbau möglichst verhindern. Die Regierung habe angeboten, das Unternehmen im Rahmen der Innovationsförderung bei Forschung und Entwicklung zu unterstützen, erklärte Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) am Mittwoch. Davon habe Bombardier bislang aber keinen Gebrauch gemacht. Der Minister sagte, der Schienenfahrzeugbau sei weltweit ein wachsender Markt. Er habe das Unternehmen darauf aufmerksam gemacht, "dass die Fachkräfte und die Ingenieure in Hennigsdorf das größte Pfund sind, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen".

Mit Iinformationen von Ludger Smolka, Brandenburg aktuell

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