Brandenburgs Erntekönigin Anne Schubert gratuliert am 17.03.2016 auf dem Landesbauertag Henrik Wendorff (l.) zu seiner Wahl zum Vorsitzenden. (Quelle: Bernd Settnik/dpa)
Video: Brandenburg aktuell | 17.03.2016 | Rico Herkner

Delegierte wählen neuen Präsidenten - Die Spitze des Landesbauernverbands ist jetzt Bio

Er war der einzige Kandidat und bekam fast 90 Prozent der Stimmen: Bio-Landwirt Henrik Wendorff ist am Donnerstag zum neuen Präsidenten des brandenburgischen Bauernverbandes gewählt worden. Die Delegierten trieb auch die Sorge wegen des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung um.

Erstmals steht ein Bio-Landwirt an der Spitze des brandenburgischen Landesbauernverbandes (LBV): Henrik Wendorff ist am Donnerstag mit großer Mehrheit auf der Delegiertenversammlung in Falkenberg (Elbe-Elster) gewählt worden. Der bisherige Vizepräsident war der einzige Kandidat für das Amt und erhielt rund 89 Prozent der Stimmen, sagte ein Sprecher des Verbands. Wendorff ist Kreisbauernchef und Geschäftsführer eines Öko-Betriebs in Worin (Märkisch-Oderland).

Wendorff folgt auf Udo Folgart, der seit 2003 an der Spitze der Interessenvertretung steht. Folgart, der auch SPD-Landtagsabgeordneter ist, wollte aus gesundheitlichen Gründen nicht noch einmal kandidieren.

Vogelsänger: LBV ist starke Kraft

Von dem neuen Präsidenten werde nun mehr Dialog erwartet, betonte der Landesvorsitzende von Bündnis 90/Grüne, Clemens Rostock. "Ansonsten droht den Bauern, sich selbst in der Debatte um die Zukunft der Landwirtschaft immer weiter ins Abseits zu manövrieren", betonte er.

Agarminister Jörg Vogelsänger (SPD) bezeichnete den Landesbauernverband als "starke Kraft", der Verband vereine Familienbetriebe und Agrargenossenschaften, Bio-Bauern und konventionelle Landwirte unter einem Dach. Der Minister erklärte, er begrüße den Dialog zwischen Bauern und insbesondere kritischen Verbrauchern. "Dieser Aufgabe will sich der sich der neue Präsident Wendorff mit seinem Vorstand aktiv stellen."

Brandenburger Landwirte wollen Absicherung gegen Volksbegehren

In einem Positionspapier verlangen die Landwirte von der Politik ein Bekenntnis zur gewachsenen und vielfältigen Brandenburger Agrarstruktur. Bestimmte Betriebsformen und -größen dürften nicht benachteiligt werden. Hintergrund ist das erfolgreiche Brandenburger Volksbegehren gegen Massentierhaltung. Hauptstreitpunkt ist ein im Volksbegehren gefordertes Klagerecht von Tierschutzverbänden gegen Genehmigungen von Anlagen und bei Missständen in der Tierhaltung.

Der Bauernverband befürchtet eine Klagewelle; er bezeichnet das Sonderklagerecht als "unaktzeptabel". Eine Annahme des Volksbegehrens würde die Entwicklung in der Tierhaltung behindern, so die Befürchtung des Verbandes. Der Landtag stimmt am 19. April über das Volksbegehren ab. Sollte die rot-rote Mehrheit die Forderungen des Volksbegehrens Mitte April erneut ablehnen, würde es kurz vor den Sommerferien (17. Juli) zu einem Volksentscheid kommen, bei dem die Bürger über die Pläne der Tierschützer abstimmen könnten.

Landesweit gibt es 5.400 Agrarbetriebe, die etwa 1,3 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche bewirtschaften. Dem Bauernverband gehören 1.400 Betriebe an.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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