Das Gebäude der Hauptverwaltung von Vattenfall am 16.02.2015 in Berlin. Für die rund 15.000 Beschäftigten des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall in Deutschland beginnen am selben Tag die Tarifgespräche (Quelle: dpa).

Standorte in Berlin und Cottbus - Verdi klagt über Vattenfalls Ausgliederungs-Pläne

Vattenfall steht unter Druck, 2,1 Milliarden Verlust meldete der Stromkonzern für das vergangene Jahr. Das könnte sich erneut auch auf Angestellte in Berlin und Brandenburg auswirken: Laut Verdi sollen dort mehrere hundert Arbeitsplätze durch Ausgliederung wegfallen - das Unternehmen bestätigt das nicht, sondern spricht nur von "Prüfungen".

Die schlechte wirtschaftliche Situation des schwedischen Stromkonzerns Vattenfall könnte bald Folgen für Mitarbeiter des Unternehmens in Berlin und Brandenburg haben: Die Gewerkschaft Verdi erklärte am Donnerstag, in der Hauptverwaltung an der Berliner Puschkinallee und dem Standort in Cottbus seien insgesamt etwa 400 Arbeitsplätze bedroht.

"Vergangene Woche wurden die Belegschaften dort darüber informiert, dass Arbeitsplätze aus den Bereichen Service und IT ausgelagert werden sollen", sagte der zuständige Gewerkschaftssekretär Robin Marks am Donnerstag rbb online. Bereits beim letzten "Outsourcing" im Unternehmen durch das Schließen der "Vattenfall Europe Kundenservice GmbH" Mitte 2015 sei langjähriges Knowhow verloren gegangen.

"Weit entfernt von einer Entscheidung"

Auf Anfrage von rbb online dementierte Vattenfall am Donnerstag die Angaben der Gewerkschaft. Das Unternehmen prüfe lediglich, ob eine Ausgliederung wirtschaftlich Sinn mache. "Wir haben die Arbeitnehmer bereits vor einigen Wochen über unsere Überlegungen informiert. Ich habe natürlich Verständnis dafür, dass das Kollegen mit Sorge erfüllt. Aber wir sind weit entfernt von einer Entscheidung und einem diesbezüglichen konkreten Zeitplan", sagte der Vattenfall-Sprecher Stefan Müller. Der Verdi-Gewerkschaftssekretär Marks kündigte an, dass mögliche Betroffene auf der DGB-Demo am 1. Mai in Berlin gegen einen drohenden Stellenabbau demonstrieren wollen.

Vattenfall steckt, wie die Konkurrenten Eon und RWE, in der Krise. Für das Jahr 2015 meldete der Konzern umgerechnet 2,1 Milliarden Euro Verlust. Auch der Verkauf der Braunkohle-Sparte in der Lausitz läuft nur schleppend, von den bisherigen Angeboten potentieller Käufer zeigte sich Vattenfall enttäuscht. Bereits im vergangenen April kündigte die schwedische Unternehmensführung als Reaktion auf die angespannte Lage an, weltweit insgesamt 1.000 Stellen streichen zu wollen.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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