Handwerker renovieren eine Mietwohnung (Quelle: dpa)

IBB-Wohnungsmarktbericht 2015 - Mietpreise in Berlin ziehen nochmal deutlich an

Der Trend zu höheren Mieten in Berlin verfestigt sich abermals: Der am Freitag vorgestellte IBB-Wohnungsmarktbericht 2015 verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Nettokaltmieten in der Hauptstadt. Es gibt allerdings deutliche Unterschiede zwischen den Bezirken - und auch innerhalb der einzelnen Stadtteile.

Auf dem Berliner Wohnungsmarkt ist keine Entspannung in Sicht. Das geht aus dem Wohnungsmarktbericht 2015 der Investitionsbank Berlin (IBB) und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hervor, der am Freitag vorgestellt worden ist.

Demnach stieg die Median-Miete im vergangenen Jahr um 6,7 Prozent auf 8,80 Euro pro Quadratmeter. Der mittlere Kaufpreis für ein Eigenheim betrug im letzten Quartal des Jahres 350.000 Euro und lag damit um 7,9 Prozent über dem Preis im Vorjahresezeitraum.  

Erhebliche Unterschiede zwischen den Bezirken

Die Nettokaltmiete unterscheidet sich dem Bericht zufolge zwischen den zwölf Berliner Bezirken erheblich. Am teuersten war im vergangenen Jahr der Quadratmeter in Friedrichshain-Kreuzberg (10,99), gefolgt von Mitte (10,06 Euro) und Charlottenburg-Wilmersdorf (10,00 Euro). Auch Pankow (9,45 Euro) und Steglitz-Zehlendorf (8,87 Euro) liegen über dem Berliner Schnitt.

Im Mittelfeld liegen noch Neukölln (8,57 Euro), Tempelhof-Schöneberg (8,50 Euro) und Lichtenberg (8,10 Euro). Danach folgen Treptow-Köpenick (7,81 Euro), Reinickendorf (7,50 Euro) und mit etwas Abstand Spandau (6,99 Euro). Deutlich am niedrigsten war die Nettokaltmiete in Marzahn-Hellersdorf: Hier fielen für den Quadratmeter nur 5,76 Euro an.

Aber auch innerhalb der Bezirke ist die Spannbreite teilweise erheblich. Die unten stehenden Grafiken zeigen, wo in den einzelnen Bezirken die teuersten und günstigsten Ecken sind.

So unterschiedlich sind die Angebotsmieten in den Bezirken

Berlin wächst und wächst und wächst

Auch in Zukunft sieht der Wohnungsmarktbericht keine Entspannung auf Berlin zukommen. Seit 2012 ist die Stadt um rund 144.000 Menschen gewachsen, die auf den Wohnungsmarkt drängen. Nichts deutet darauf hin, dass sich der Trend in den kommenden Jahren umkehren könnte. Im Gegenteil: Die aktuelle Einwohnerprognose der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt geht in iherer mittlerern Variante davon aus, dass die Bevölkerung bis 2030 um insgesamt 266.000 Personen wächst.

Eine beruhigende Entwicklung hat der Wohnungsmarktbericht aber auch zu vermelden - wenn auch nicht für Mieter, sondern für Menschen, die über Wohnungseigentum nachdenken: Die Angebotskaufpreise für Eigentumswohnungen sind geringfügig gesunken: Ende 2014 kostete der Quadratmeter noch 3.436 Euro, Ende 2015 waren es nun noch 3.426 Euro.

Zudem wird in Berlin kräftig gebaut. "Seit 2011 verzeichnen wir kontinuierlich steigende Zahlen bei den Baugenehmigungen und Baufertigstellungen", sagte der IBB-Vorstandsvorsitzende Jürgen Allerkamp. 2014 seien 8.744 Wohnungen fertiggestellt worden. Die Zahl der Baugenehmigungen werde von 19.000 im Jahr 2014 auf voraussichtlich 22.000  im vergangen Jahr gestiegen sein - die endgültige Zahl für 2015 steht noch nicht fest.

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