"Pankower Tor" - Luftbild (Quelle: Krieger Grundstück GmbH)
Video: Abendschau | 08.03.2016 | Achim Hippel

Kompromiss zwischen Bezirk und Investor - Am "Pankower Tor" kann bald gebaut werden

Das "Pankower Tor" soll ein Millionenprojekt werden: mit Wohnungen, Schulen, Shopping-Center und Gewerbegebiet zwischen den S-Bahnhöfen Pankow und Hellersdorf. Nur über das "Wie" wurde lange gestritten. Jetzt ist offenbar ein Kompromiss zwischen Bezirk und Investor, dem Besitzer "Möbel Höffner", gefunden.

In den Streit um das Gebiet des ehemaligen Güterbahnhofs in Berlin-Pankow kommt Bewegung: Nach Informationen der rbb-Abendschau haben sich der Bezirk und der Eigentümer, dem Unternehmer Kurt Krieger ("Möbel Höffner") auf einen Kompromiss einigen können. Derzeit wird das 40 Hektar große Gelände zwischen den S-Bahnhöfen Pankow und Heinersdorf gerodet.

Neue Anordnung auf dem Areal

Krieger will auf dem Areal Wohnungen und Gewerbe ansiedeln. Nun gibt es nach rbb-Informationen einen neuen Plan, wie die Bauten auf dem Gelände verteilt werden sollen. Nach dem derzeitigen Entwurf entsteht das geplante Einkaufszentrum direkt am S- und U-Bahnhof Pankow - und nicht, wie ursprünglich angedacht, in der Mitte des Geländes. In westlichen Teil des Areals soll zudem eine Grünfläche angelegt werden.

Im mittleren Teil entstehen, so der neue Entwurf, 1.000 Wohnungen gebaut - davon 250 mit gedeckelter Miete (maximal 6,50 Euro). Das wären rund 400 Wohnungen mehr als in den ersten Plänen vorgesehen. Außerdem will Krieger nicht nur eins, sondern zwei Schulgebäude errichten lassen.

Im nördlichen Areal ist ein Gewerbegebiet geplant. Hier plant Krieger auch den Bau eines Möbelhauses.

Der Bausenator frohlockt

Erste Bedenken, die neuen Geschäfte könnten dem Pankower Zentrum Konkurrenz machen, sind damit offenbar vom Tisch. Jens-Holger Kirchner, grüner Stadtrat für Stadtentwicklung in Pankow, zeigte sich gegenüber der Abendschau sogar überzeugt, das alte Zentrum könne durch die geplanten Maßnahmen sogar gestärkt werden - "vor dem Hintergrund der stark steigenden Bevölkerungszahlen in Pankow, aber auch aufgrund der steigenden Kaufkraftraten".

Für Andreas Geisel, Senator für Stadtentwicklung (SPD), ist mit dem Kompromiss nun offenbar alles in trockenen Tüchern: "Wir werden den Flächennutzungsplan entsprechend ändern", kündigte er in der Abendschau an. Die Stadt halte eine Entwicklung der Fläche für dringend notwendig und habe überdies ein großes Interesse an neuem Wohnraum.

Mit dem Baubeginn wird nach rbb-Informationen in zwei Jahren gerechnet. 2022 könnten die Arbeiten abgeschlossen sein.

Unternehmer Krieger hatte das Gelände bereits 2009 gekauft - seitdem war um die Bebauung gerungen worden. Ein Knackpunkt war unter anderem das Verkehrskonzept. Auch gab es Befürchtungen, dass der Einzelhandel in Pankow durch ein - oder zunächst zwei geplante - Shoppingcenter leiden könnte. Umstritten waren auch Größe und Aussehen der Mall. Im Sommer vergangenen Jahres schlug die SPD daher vor, einen Bürgerentscheid abzuhalten.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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