Isolierte Kupferbänder liegen in Berlin im Dynamowerk der Siemens AG übereinander (Quelle: dpa)

30 Beschäftigte in Berlin betroffen - Gewerkschaft wehrt sich gegen Entlassungen bei Siemens

Nach der von Siemens angekündigten Entlassungsrunde haben der Betriebsrat sowie die IG Metall Widerstand angekündigt. Insgesamt sollen weltweit 2.500 Stellen gestrichen werden, weil es Probleme in der Antriebssparte gibt. Auch das Dynamowerk in Berlin ist betroffen: 30 Beschäftigte bangen um ihre Jobs.

Der Betriebsrat von Siemens und die IG Metall haben angekündigt, sich gegen die geplante Entlassungsrunde des Unternehmens zur Wehr zu setzen. Der Elektrokonzern Siemens hatte am Mittwoch angekündigt, mit Einschnitten auf die Probleme in seiner Sparte Prozessindustrie und Antriebe zu reagieren. Weltweit seien rund 2.500 Arbeitsplätze betroffen, davon rund 2.000 in Deutschland - hier schwerpunktmäßig in Bayern, wie das Unternehmen in München mitteilte. Etwa jeweils die Hälfte der Jobs solle gestrichen, beziehungsweise verlagert werden.

Von dem angekündigten Stellenabbau beim Siemens-Konzern ist auch das Dynamowerk in Berlin-Spandau betroffen, wie ein Sprecher der IG Metall in Berlin auf Anfrage von rbb online bestätigte. In dem Berliner Werk sollen demnach rund 30 Beschäftigte ihre Jobs verlieren, wie die Gewerkschaft in der Nacht zu Donnerstag mitteilte.

Die Siemens-Antriebssparte baut in Nürnberg, Berlin und anderen Werken große Elektroantriebe für die Öl-, Gas- und Bergbauindustrie. Im Berliner Werk arbeiten rund 800 Mitarbeiter.  

IG Metall: erst Gasturbinenwerk, dann Schaltwerk, jetzt Dynamowerk

Die Arbeitnehmervertreter kündigten deutlichen Widerstand gegen die Entlassungspläne an. "Hinter jedem Arbeitsplatz steht eine Familie, die vom Einkommensverlust betroffen ist. Daher werden wir um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen", teilte Olaf Bolduan, der Betriebsratsvorsitzende im Dynamowerk in Berlin, rbb online mit.

In der Pressemitteilung der IG Metall Berlin heißt es, Siemens baue seit Jahren systematisch Personal in Deutschland ab. "Wir sind es leid, dass der Unternehmensführung zuerst immer Personalabbau einfällt, um der schwierigen Marktlage zu begegnen, von Flexibilität ist dann keine Rede mehr", wird Bolduan zitiert.

Klaus Abel von der IG Metall Berlin sieht den im Vergleich geringen Stellenabbau im Dynamowerk Berlin dennoch mit Sorge für den Siemens-Standort Berlin. "Nach dem Gasturbinenwerk und nach dem Schaltwerk soll jetzt auch das Dynamowerk Stellen abbauen. Das ist der falsche Weg. Wir brauchen Konzepte, um die Zukunft und die Arbeitsplätze zu sicheren", sagte er. "Wir werden nicht akzeptieren, dass wieder einmal die Beschäftigten das Betriebsrisiko tragen sollen." IG Metall und Betriebsrat werden die Pläne der Unternehmensführung kritisch prüfen und dazu auch externe Sachverständige heranziehen, hieß es weiter.

Probleme sind nicht neu

Seit einiger Zeit leidet die Sparte Prozessindustrie und Antriebe von Siemens unter der Nachfrageschwäche aus der Öl- und Gasindustrie, denn die Kunden halten sich angesichts des Ölpreisverfalls mit Bestellungen zurück. Wegen der Probleme wurde im vergangenen Jahr auch der Chef der Sparte ausgetauscht - mittlerweile wird sie von Jürgen Brandes geführt.

In Deutschland beschäftigt Siemens in dem Geschäftsfeld mit einem Jahresumsatz von rund neun Milliarden Euro rund 16.000 Mitarbeiter, weltweit sind es rund 46.000 Beschäftigte.

Das Berliner Siemens-Dynamowerk in der Nonnendammallee

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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