Symbolbild: Breitbandausbau - Bunte Kabel eines Kabelnetzbetreibers sind am 22.04.2015 in Potsdam (Brandenburg) zu sehen. (Quelle: dpa)

Breitband-Ausbau läuft weiterhin schleppend - Brandenburg auf der Standspur der Datenautobahn

Was schnelles Internet angeht, ist Brandenburg immer noch Entwicklungsland. Das war am Mittwoch der Tenor im Wirtschaftsausschuss des Landtages. Noch immer gibt es zu viele weiße Flecken auf der Landkarte, wo ein Download Stunden dauern kann. Bei einer Expertenanhörung wurde deutlich: Da wartet noch viel Arbeit. Von Dominik Lenz

Sprachspiele gab es einige bei der dreistündigen Expertenanhörung: Brandenburg "auf der Standspur der Datenautobahn" oder "die Bandbreite beim Breitband" ist groß. Die ernüchternde Einschätzung von Dierk Homeyer von der CDU: "Wenn man sich Brandenburg im Bundesvergleich anguckt, stellt man fest, ganz nüchtern und ohne Häme: Da sind wir jetzt nicht top."

Gerbers ehrgeizige Pläne

Die Experten sind sich einig: Es gibt noch viel zu tun, und Vieles ist in der Vergangenheit schief gelaufen. "Im Spreewald hapert es ganz besonders mit dem schnellen Internet", sagt Gerhard Jenßen von der Wirtschaftsfördergemeinschaft Dahme-Spreewald. Man habe bislang kleinteilige Lösungen entwickelt, und so sei ein großer Flickenteppich in Brandenburg entstanden.

Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) hat sich aber ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: Bis zum  Jahresende sollen 720.000 der insgesamt etwa knapp 1,2 Millionen Haushalte über Breitbandnetze mit einer Geschwindigkeit von über 50 Megabit pro Sekunde verfügen. Gut 50 Prozent also, für Ostdeutschland ist das kein schlechter Wert. Allerdings bedeutet das auch eine Herausforderung für die, die das umzusetzen haben, meint Ulrich Adams von der Telekom AG: "Selbst eine Deutsche Telekom schüttelt das nicht irgendwie aus den Systemen raus aus dem Ärmel."

"Das Bundesprogramm kommt zehn Jahre zu spät"

Gerber fordert darum möglichst wenig Auflagen für die Daueraufgabe Breitbandausbau. Bundesmittel stehen für diese Aufgabe bereit - das ist gut, besser spät als nie zumindest. "Wir begrüßen natürlich das Bundesprogramm, aber es kommt aus unserer Sicht zehn Jahre zu spät", kritisiert Silke Kühelwind vom Städte- und Gemeindebund. "Man hätte das Thema auch viel eher angreifen können. Auch weltweit sehen wir, dass Deutschland nicht auf den vorderen Rängen ist."

Und Brandenburg eben auch nicht. Dennoch: Dass der Wirtschaftsminster die Sache flächendeckend angehen will, das lobten die Experten. Eine Investition in die Zukunft sei das, um Brandenburg wettbewerbsfähig zu halten oder eben erst zu machen - je nach Standort.

Beitrag von Dominik Lenz

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