Mitarbeiter des Schienenfahrzeugherstellers Bombardier Transportation GmbH am Standort in Hennigsdorf transportieren ein Fahrgestell für den Zug vom Typ Talent 2 zur Endmontage. (Quelle: dpa/Bernd Settnik)

Im Brandenburger Landtag - Wirtschaftsminister macht Druck auf Bombardier

Nach einer monatelangen Hängepartie soll es nun endlich konkrete Gespräche zur Zukunft des Bombardier-Standortes in Hennigsdorf geben - das sagte Wirtschaftsminister Gerber am Mittwoch in Potsdam. Kostensenkung durch Personalabbau könne dabei nicht die Lösung sein.

Nach dem Spitzentreffen zu Bombardier am vergangenen Montag hat sich am Mittwoch nun auch der Brandenburger Landtag mit der Zukunft des Standortes in Hennigsdorf (Oberhavel) beschäftigt. Wie es aus dem Wirtschaftsministerium hieß, soll der Umstrukturierungsplan für das Werk bis zum Sommer stehen. Nach wie vor ist unklar, ob ein Teil der Beschäftigten seinen Job verlieren wird.

Konkrete Gespräche mit Betriebsrat und IG Metall

Bisher habe es keine ernstzunehmenden Gespräche zwischen Bombardier, Betriebsrat und Gewerkschaft gegeben, beklagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) - diese sollten aber jetzt kommen. Darauf habe man sich am Montag bei einem Treffen mit Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Vertretern der Konzernspitze geeinigt. Ziel müsse es sein, wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Nur die Kosten zu senken und Personal abzubauen, reiche nicht aus, sagte Gerber.

Auch Gabriel setzt sich für Hennigsdorf ein

Anfang der Woche hatten sich der Chef des Bahntechnik-Konzerns, Laurent Troger, Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen, Dietmar Woidke (SPD) und Stanislaw Tillich (CDU), sowie Vertreter der IG Metall getroffen. Dabei hatte Troger erklärt, Deutschland werde für das Unternehmen auch in Zukunft nicht nur ein Standort für die Entwicklung, sondern auch für die Produktion und Wartung von Bahntechnik bleiben. "Der Standort Deutschland spielt daher eine zentrale Rolle in unserer langfristigen Strategie." Ob sich die Pläne auch auf das Werk in Hennigsdorf beziehen, blieb allerdings unklar. Ab März sollen dort zunächst 21 Züge für die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) produziert werden. Die ÖBB hatte bei Bombardier bis zu 300 Züge für den Nah- und Regionalverkehr bestellt.

Gabriel betonte, die Politik werde alles ihr Mögliche tun, um die Arbeitsplätze zu sichern. "Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg." Ziel sei es, dass Industriestandorte in Ostdeutschland erhalten blieben, so Gabriel.

Gewerkschaft fordert Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen

Die IG Metall und der Betriebsrat hätten die wirtschaftliche Situation des Unternehmens und den Druck auf die Wettbewerbsfähigkeit zur Kenntnis genommen, hatte IG-Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, Olivier Höbe, am Montag gesagt. "Notwendige Veränderungen sind aber nicht ohne oder gegen, sondern nur mit den Belegschaften zu erreichen. Deshalb fordern wir weiterhin den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen."

Hennigsdorf baut Züge für Österreich

Bombardier Transportation plant im Zuge von Umstrukturierungen, bis Ende 2018 tausende Arbeitsplätze zu streichen. Weltweit beschäftigt das Unternehmen fast 40.000 Mitarbeiter, davon knapp 8.500 in Deutschland. Allein in Hennigsdorf arbeiten rund 2.500 Menschen für Bombardier. Der Betriebsrat befürchtet, dass 500 Arbeitsplätze davon in Gefahr sind. Es sei möglich, dass hier die Serienproduktion von Zügen eingestellt wird - Entwicklung, Konstruktion und eventuell der Bau von Prototypen könnten dagegen am Standort bleiben.

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Wenn dann bitte genau mit dem Austritt sein.

  2. 1.

    Lieber Wirtschaftsminister,warum fragen sie nicht einfach den CDU Abgeordneten Sven Petke.
    Immerhin hat er doch einen Hochdotierten Job bei Bombardier.

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