Enten in einem Mastbetrieb (Quelle: imago/blickwinkel)
Video: Brandenburg aktuell | 27.01.2017 | Jana Wochnik-Sachtleben

Mastbetrieb in Märkisch-Oderland - 27.000 Enten wegen Vogelgrippe getötet

In einem Entenmastbetrieb in Märkisch-Oderland ist das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen worden. Das bestätigte ein Sprecher des Potsdamer Verbraucherschutzministeriums dem rbb. 27.000 Enten sind nun getötet worden.  

In einem Entenmastbetrieb in Neuhardenberg (Märkisch-Oderland) hat sich der Verdacht auf Vogelgrippe bestätigt. Das Landeslabor habe den Erreger vom Typ H5N8 nachgewiesen, sagte der Sprecher des brandenburgischen Verbraucherschutzministeriums, Uwe Krink, rbb|24.

Entsprechend den Vorgaben der Geflügelpest-Verordnung sind alle 27.000 Tiere an diesem Standort getötet und beseitigt worden. Entsprechende Maßnahmen sind nach Angaben des Landkreises bereits eingeleitet worden. Am Samstag soll über einen Sperrkreis und weitere Maßnahmen entschieden werden. Im größtmöglichen Sperrkreis von drei Kilometern um die betroffene Mast-Anlage befinden sich den Angaben zufolge weitere fünf Geflügelmastbetriebe.

Tiere müssen angeleint werden

Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe in einem Enten-Mastbetrieb in Neuhardenberg hat der Landkreis Märkisch-Oderland am Monatg einen drei Kilometer großen Sperrkreis sowie ein Beobachtungsgebiet im Radius von zehn Kilometer rund um Neuhardenberg eingerichtet. Er gilt von Quappendorf bis Wulkow und von Platkow bis zum Kietzer See. Laut Landkreissprecher Thomas Berendt müssen innerhalb des Gebietes Hunde angeleint werden, Katzen müssen in den Wohnungen und Häusern bleiben. Zudem werde es innerhalb des Sperrkreises stärkere Kontrollen von Landwirtschaftsbetrieben geben, um neue Vogelgrippe-Verdachtsfälle schneller ausfindig machen zu können.

Ministerium sieht keine Entspannung der Lage

In dem Betrieb in Neuhardenberg starben immer mehr Tiere. Das zuständige Veterinäramt sperrte daraufhin den Bestand. Veterinäramt, der Tierseuchenbekämpfungsdienst des Landes und das Friedrich-Loeffler-Institut untersuchen nun gemeinsam, wo der Erreger herkam. "Wir gehen allen möglichen Übertragungswegen nach, um festzustellen, wie das Virus in die Ställe gelangte", sagte Verbraucherschutzminister Stefan Ludwig (Linke).

Wegen der grassierenden Geflügelpest gilt in Brandenburg seit Anfang Dezember eine Stallpflicht. Eine Entspannung der Situation ist nach Einschätzung des Ministeriums derzeit nicht in Sicht. Die landesweite Stallpflicht sei daher weiterhin unbedingt erforderlich.

Es ist der dritte Fall in einem Mastbetrieb in Brandenburg

"Wir haben hinsichtlich der Geflügelpest eine sehr ernste Situation", sagte Landestierarzt Stephan Nickisch dem rbb. "Der Erreger ist sehr weit verbreitet in der Wildvogelpopulation. Wir müssen jederzeit damit rechnen, dass neue Wildvogelfälle dazu kommen. Aber auch - und das ist das Entscheidende - dass die Erreger in Nutzgeflügelbestände eindringen können."  

Das war zuvor in Brandenburg zweimal passiert: Der erste Fall betraf einen Putenbestand in Kyritz (Ostprignitz-Ruppin), der zweite einen Mastbetrieb im Amt Lieberose (Dahme-Spreewald).

Auch im Tierpark Cottbus bestätigte sich ein Geflügelpestverdacht bei drei Enten. Es folgten weitere Infektionen. Der Tierpark bleibt voraussichtlich bis zum 18. Februar geschlossen.

Kommentar

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9 Kommentare

  1. 9.

    Genug Wasser haben die Tiere? Die haben ja nicht mal genug Einstreu! Enten sind Wasservögel und artgerecht gehaltene Vögel sehen anders aus!

  2. 8.

    Wer den jämmerlichen Zustand dieser abgebildeten, engstehenden und verdreckten Enten schön redet, sollte anderen Leuten nicht unterstellen, dass sie keine Ahnung haben. Ich halte seit vielen Jahren Enten und Gänse, die einen Teich zur Verfügung haben und kenne das natürliche Verhalten der Tiere besser als jemand, der nur diese tierquälerische Stallhaltung kennt oder gar selbst einer ihrer Betreiber ist.
    Es reicht nicht, den Tieren genügend Trinkwasser anzubieten, was eine Selbstverständlichkeit ist. Wenn artgerecht gehaltene Tiere voller Lebensfreude baden, tauchen und im Wasser planschen können, sind sie anschließend blitzsauber und das auch bevor das Gefieder ausgewachsen ist.
    Ich rate jedem Besserwisser, sich einmal die Füße dieser Wasservögel anzusehen. Die werden nicht umsonst Paddel genannt und sind nicht dazu gemacht, um in Dreck und Kot herumzustehen und sich damit die Flaumfedern und Gesichter vollzuschmieren.

  3. 7.

    Genügend Wasser haben die Tiere. Die Enten, die auf dem Bild zu sehen sind, sind nicht ausgewachsen und haben daher nur Flaum d.h. noch kein Federkleid. Dieser Flaum verdreckt bei den nunmal schneller als ein komplett gefettetes Federkleid bei dem vielerlei Arten von "Dreck" einfach abperlen.
    Bitte nicht negativ auffassen aber erst informieren dann schreiben.

  4. 6.

    Die armen Enten tun mir leid. Sie gehören auf einen Teich und nicht in so einen Drecksstall. Wie man deutlich sieht, haben die armen Tiere nichtmal genügend Wasser, um ihr Gefieder zu pflegen. Enten sind Wasservögel und pflegen ihr Gefieder mit größter Sorgfalt, wenn man sie nicht einsperrt, wo sie ohne ausreichende Bewegung nur traurig herumstehen.

  5. 5.

    Ohne diese tierquälerische Massentierhaltung gäbe es mit der unabänderlichen und vielleicht schon immer existierenden Vogelgrippe in der Natur überhaupt kein Problem. Auch Vögel müssen an irgendetwas sterben. Dass Stallpflicht für private Geflügelhalter vollkommen nutzlos ist, wird dadurch bewiesen, dass die Krankheit bei den Massentierhaltern trotz der Stallpflicht ständig neu ausbricht.
    Die jetzige Massentierhaltung, bei der durch irrsinnige Antibiotikagaben resistente Krankenhauskeime gezüchtet werden, müsste verboten werden statt Stallpflicht für privat gehaltenes Geflügel zu verordnen. An den resistenten Keimen streben inzwischen jährlich tausende von Menschen und wenn die widerwärtige Massentierhaltung so weiterbetrieben wird, wird die Vogelgrippe tatsächlich auch für den Menschen in den Ballungsgebieten tödlich werden.

  6. 4.

    Starben die Tiere wirklich an der Geflügelpest oder an anderen Infektionskrankheiten die sie in kotverschmierten Ställen bekommen ? Wird das auch beprobt ?

    Warum sind eigentlich keine Biobetriebe betroffen, da haben die Tiere doch viel mehr Kontakt zu Wildvögeln und sollten doch logischerweise viel gefährdeter sein ?

  7. 3.

    Sie haben vollkommen recht. Wenn die Enten wirklich so gehalten wurden, in dieser Masse und dem Dreck sind Krankheiten vorprogrammiert.Uns wenns dann soweit ist , dann Oh gott. So nun müssen sie alle getötet werden. ???!!!

  8. 2.

    Und wieder ist eine Massentierhaltung betroffen!
    Hermetisch abgeriegelt, alle Biosicherheitsmaßnahmen wurden eingehalten....
    Wie konnte der Erreger in diesen gut gepflegten Massen-Nutztierbestand eindringen? Hat ein böser Wildvogel sein Kacki durch das Lüftungsgitter gepresst. Ist im Futtersilo eine Maus mit Wildvogelschnodder an den Füßen?
    Da das Friedrich-Löffler-Institut mit kriminalistischem Spürsinn der Ursachenforschung "federführend" auf den Grund geht, dürfen wir auf das Untersuchungsergebnis gespannt sein! -Satire aus-
    Auch diesmal wieder: Steuerzahler und Tierseuchenkasse minimieren den wirtschaftlichen Schaden der Massentierhaltung. Die Politik nickt ab...
    Für das Volk: gebehtsmühlenartiger Wiederholung der Presseverlautbarungen des FLI mit seiner Wildvögel-Vogelzug-Theorie.
    Wo bleibt der investigative Journalismus?

  9. 1.

    Wenn ich mir das Foto mit der masse an kotverschmierten Enten so ansehe: mich wundert es nicht wirklich, dass zwischen den Tieren eine Seuche ausbricht!

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