Eine Frau steckt ein Steckerin in die Steckdose. (Quelle: Oliver Berg/dpa)

Stromkosten im Vergleich - Brandenburger zahlen am meisten für Strom

Wie viel Haushalte für Strom zahlen müssen, hängt nicht nur vom gewählten Anbieter ab, sondern auch vom Wohnort. Denn die Strompreise variieren je nach Region stark. Am tiefsten müssen Brandenburger ins Portemonnaie greifen. 

Brandenburger sind überdurchschnittlich stark von den steigenden Energiekosten in Deutschland betroffen. Für sie ist Strom am teuersten in ganz Deutschland, wie das Vergleichsportal Verivox am Mittwoch mitteilte. Basierend auf seinen Daten hat das Portal die Preisdifferenzen für Strom zwischen verschiedenen Versorgungsgebieten ausgewertet.

Demnach zahlt eine drei- bis vierköpfige Familie in Brandenburg bei einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden durchschnittlich 1.180 Euro pro Jahr - und damit am meisten in Deutschland. In Berlin betragen die jährlichen Stromkosten im Schnitt 40 Euro weniger (1.140 Euro). Am günstigsten ist Strom diesem Vergleich nach mit 1.054 Euro in der Hansestadt Bremen.

Der Erhebung zufolge zahlen neben den Brandenburgern auch die Verbraucher in Mecklenburg-Vorpommern (1.164 Euro) und Thüringen (1.146 Euro) überdurchschnittlich viel für ihren Strom. Insgesamt ist der Preisunterschied zwischen Ost- und Westdeutschland größer geworden: Ein westdeutscher Musterhaushalt zahlt rund 1.104 Euro pro Jahr und damit 45 Euro weniger als einer in Ostdeutschland.

Preisunterschiede aufgrund unterschiedlicher Netzentgelte

Der Grund für die unterschiedliche Entwicklung liegt laut Verivox in den regional unterschiedlichen Netzentgelten der Übertragungsnetzbetreiber. Die Netzentgelte wachsen besonders stark auf dem Land und im Osten - überall dort, wo besonders viele Wind- und Sonnenenergie-Anlagen errichtet und angeschlossen werden müssen.

Ostdeutschland wird von 50Hertz versorgt und muss die Investitionen ins dortige Netz mitfinanzieren. Zudem sind die Netzkosten pro Kunde umso höher, je dünner ein Versorgungsgebiet besiedelt ist und je stärker der Betreiber regulierend in das Netz eingreifen muss. Dies passiert vor allem bei starken Schwankungen in der Wind- und Sonnenstrom-Produktion, wofür letztlich die Verbraucher auch mit zahlen müssten. Dazu zählt etwa das kostenpflichtige Abschalten von Windkraftanlagen, wenn die bestehenden Leitungen den Strom in Hochlast-Phasen nicht mehr transportieren können. Die Kosten dafür liegen derzeit bei rund einer Milliarde Euro im Jahr.

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Der Bundesrat für einheitliche Netzentgelte hat (angestoßen von Brandenburgs Regierungschef Herr Woidke ,sowie
    Herrn Tillich, Anja Siegesmund , Thomas Feist u. a. ) eine gleichmäßige Kostenverteilung verlangt;
    Es kann doch immer noch nicht sein, dass Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt eine größere Last trägt gegenüber anderen nicht genannten Ländern?
    Erbitte einen näheren Stand zur Durchführung einer gerechten Kostenverteilung!!

    Danke, Gruß, Eberhard Blüthner, 13.6.2017

  2. 1.

    Wie war es damals noch von allen Politikern zu hören,der Ausstieg aus der Atomkraft wird den Strom in unserem lande nicht verteuern, hallo liebe Politiker wo seit Ihr denn jetzt,da meldet sich einfach keiner, ducken sich wie immer alle weg, laß mal den Kohleabbau auch noch verschwinden,und dann wird wieder verkündet wierden die Arbeitslosenzahlen sind gesunken dank der guten Politik & der guten Sichtweite unserer Landesregierung, wer das alles noch glaubt, der glaubt wirklich noch an den Weihnachtsmann oder Frau, sorry

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