Ein junger Mann steigt, den Blick auf sein Smartphone gerichtet, in eine Berliner S-Bahn ein. (Quelle: dpa / Thalia Engel)

Anders als die BVG - S-Bahn rüstet kein WLAN nach

Eine "schnelle und umfassende Digitalisierung" wolle die rot-rot-grüne Regierung in Berlin vorantreiben, so steht es im gemeinsamen Koalitionsvertrag. "Dazu gehört auch der Ausbau des frei zugänglichen WLAN- Netzes in Berlin."

Bis 2019, so sieht es der Vertrag vor, soll ein berlinweites Angebot an öffentlichen WLAN-Zugängen geschaffen werden. Doch bei den öffentlichen Verkehrsmitteln scheint es schon erste Probleme zu geben.

S-Bahn hat keinen Auftrag

Abgesehen von neun großen Mischbahnhöfen ist in Berlin kein WLAN-Netz auf S-Bahnhöfen vorhanden - und auch nicht geplant. "Wir haben in Berlin eine sehr gute mobile Netzabdeckung, deshalb sehen wir hier keine Notwendigkeit", sagte Bahn-Sprecher Holger Auferkamp rbb|24 am Donnerstag. "Der Teil, auf dem die S-Bahn unterirdisch verläuft, im Nord-Süd-Tunnel, ist im Zuge des Umbaus mit Repeatern der Mobilfunkanbieter nachgerüstet worden, die die Funksignale verstärken", so Auferkamp weiter. Für eine Aufrüstung der Züge dagegen gebe es schlicht keinen Auftrag. Der müsse von Seiten der Bundesländer an alle Fahrzeugbetreiber erfolgen.

"Eine Frage der Teilhabe"

Die BVG dagegen hat jüngst in den Ausbau der U-Bahnstation reichlich investiert. Schon jetzt wird an 74 Stationen das "BVG WiFi" angeboten - bis Ende 2018 sollen alle 173 U-Bahnhöfe damit ausgestattet sein. Fünf Millionen Euro hat das landeseigene Verkehrsunternehmen dafür aus eigenen Mitteln investiert.

Die Berliner S-Bahn solle sich daran ein Beispiel nehmen, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Stefan Gelbhaar, am Donnerstag der Morgenpost. Eine mobile Netzabdeckung reiche für die Bürger nicht aus: "Das ist vor allem eine Frage der Teilhabe", so Gelbhaar in der Morgenpost. "Auch Menschen, die kein Geld für teure Daten-Flatrates haben, sollten in der Stadt einen Zugang zum Internet haben."

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1 Kommentare

  1. 1.

    Was für ein Gesülze: "Das ist vor allem eine Frage der Teilhabe", so Gelbhaar in der Morgenpost. "Auch Menschen, die kein Geld für teure Daten-Flatrates haben, sollten in der Stadt einen Zugang zum Internet haben."

    Das mag ja vielleicht sogar sein. Diese Teilhabe zu gewährleisten, ist aber nicht die Aufgabe von Verkehrsbetrieben. Die sollen Menschen sicher, bequem und verlässlich von A nach B bringen. Die Entscheidung der S-Bahn ist also richtig. Die der BVG, die fünf Millionen Euro Einnahmen dem eigentlichen Unternehmenszweck entzieht, ist dagegen falsch. Bezahlt wird das übrigens von uns allen: Sei es über die Tickets, sei es aus den steuerfinanzierten Zuschüssen des Landes Berlin.

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