eschäftigte des Bodenpersonals stehen am 10.03.2017 während eines Streiks mit Fahnen und einem Banner am Rand des Rollfeldes des Flughafen Tegel in Berlin. (Quelle: dpa/Gregor Fischer)

Tarifparteien starten am Montag Vermittlung - Vorerst keine weiteren Streiks an Berliner Flughäfen

Es kommt Bewegung in den Konflikt um das Bodenpersonal an den Flughäfen Berlin-Tegel und Schönefeld: Am Montag beginnt Ex-Senator Körting mit den Vermittlungsgesprächen. Die Gewerkschaft erklärte, sie werde währenddessen nicht zu weiteren Streiks aufrufen.

Im Tarifstreit beim Bodenpersonal der Berliner Flughäfen wird es vorerst keine weiteren Streiks geben.

Die Konfliktparteien kündigten am Freitag an, es werde am Montag ein erstes offizielles Sondierungsgespräch unter der Vermittlung des früheren Berliner Senators Ehrhart Körting geben. Das ist das Ergebnis eines ersten vorbereitenden Gesprächs zwischen Verdi und den Arbeitgebern am Donnerstagabend.

"Solange die Gespräche laufen, wird Verdi nicht zu Streiks beim Bodenpersonal aufrufen", teilte die Gewerkschaft weiter mit. Über Details des Treffens am Montag - Ort, Zeit und Inhalte - wurde Schweigen vereinbart.

Tausende Passagiere von Streiks betroffen

Verdi hat zuletzt an drei Tagen die Airports in Tegel und Schönefeld bestreikt. Insgesamt fielen rund 1900 Flüge aus, Zehntausende Passagiere waren betroffen. Der letzte Streik war am Mittwochmorgen beendet worden. Wieviel Kosten die Streiks bisher verursacht haben, ist nicht bekannt.

Verdi fordert für die rund 2000 Mitarbeiter des Bodenpersonals eine Erhöhung des Stundenlohns um einen Euro auf zwölf Euro und einen Tarifvertrag mit einjähriger Laufzeit. Die Arbeitgeberseite bietet eine Erhöhung des gesamten Lohnvolumens von acht Prozent über drei Jahre an.

Pragmatiker soll vermitteln

Der 74-jährige Erhart Körting war nach einer Karriere als Staatsanwalt und Richter von 1997 bis 1999 Justizsenator und von 2001 bis 2011 Innensenator Berlins. In seinem Amt galt er als Pragmatiker, als "kleiner Schily" der SPD.

Der promovierte Jurist engagierte sich danach als Präsident des Behinderten-Sportverbandes Berlin. 2014 formulierte er den Entwurf zu einem Staatsvertrag Berlins mit Vertretern muslimischer Vereine und Moscheen. Heute arbeitet er als Anwalt in Charlottenburg.

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Bin sehr erleichtert, das hier zu lesen. Arbeite selbst im Reisebüro. Kann die Streikenden sehr gut verstehen, verdiene selbst nur etwas über Mindestlohn. Haben aber durch die Streiks jede Menge Mehraufwand und Einbußen wg Umbuchungen. Leider auch viele persönliche Anfeindungen durch Kunden. Da hilft nur sich ein dickes Fell zuzulegen. Die Zeiten und der Ton wird rauer. Drücke die Daumen für positive Verhandlungen und wünsche mir mehr Verständnis in der Bevölkerung und ab und zu auch mal mehr über den eigenen Tellerrand schauen. Danke!

  2. 2.

    Mir ging es auch so wie Ihnen. Ich war letzte Woche Freitag vom Streik betroffen. Donnerstagnachmittag hieß es noch, dass der Flieger geht. Abends dann die Annulierung... Ich werde mir auch mein Zugticket von Ryanair wiederholen. Auch, wenn ich es einklagen muss. Es liegt dann in der Verantwortung der Fluggesellschaft, dass die Flüge gehen-finde ich.

  3. 1.

    Das ist schön zu lesen. War selbst Montag vom Streik betroffen. Mein Flug wurde annulliert. Übrigens wider dem, was sie zu den Fluggastrechten geschrieben haben, zahlt Ryanair die Kosten für die Bahnfahrt zurück nicht. Das darf ich jetzt einklagen. Möchte nicht wissen, wem das noch so ergeht.

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