Symbolbild Foodora-Fahrerin (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
Audio: Inforadio | 19.06.2017 | André Tonn

Berliner Essens-Lieferdienst - Delivery Hero hofft auf milliardenschweren Börsengang

Endlich mal gute Nachrichten für Rocket Internet: Die Start-up-Schmiede hält ein Drittel der Anteile am Berliner Essens-Lieferdienst Delivery Hero. Und der ist beim Börsengang Ende Juni - wenn es gut läuft - 4,4 Milliarden Euro wert.  

Der Börsengang des Essens-Lieferdienstes Delivery Hero (Lieferheld, Pizza.de, Foodora) könnte bis zu einer knappen Milliarde Euro schwer werden. Denn das Berliner Startup-Unternehmen hofft bis zu 39 Millionen Aktien für einen Preis von 22 bis 25,50 Euro platzieren zu können. Das teilte das Unternehmen am Montag mit. Wenn alle Papiere am oberen Ende der Spanne platziert werden könnten, würde der Börsengang ein Volumen von fast 996 Millionen Euro haben.

Mit bis 4,4 Milliarden Euro bewertet

Sollte es zu diesem Geldsegen kommen, würde insbesondere der größte Anteilseigner profitieren: Rocket Internet. Die Start-up-Schmiede hält gut ein Drittel der Anteile. Gelingt der Börsengang, könnte Rocket Internet erstmals seit Oktober 2014 wieder eine Beteiligung aus seinem Portfolio über die Börse zu Geld machen. Es winken bis zu 264 Millionen Euro.

Die Papiere können ab Dienstag bis zum 28. Juni gezeichnet und sollen erstmals am 30. Juni gehandelt werden. Insgesamt wird Delivery Hero beim Börsengang mit bis zu 4,4 Milliarden Euro bewertet und damit deutlich höher als jüngst spekuliert. Dabei schrieb der Lieferdienst wegen der Kosten für seinen rasanten Wachstumskurs bis zuletzt hohe Verluste.

Börsenpläne von Hello Fresh auf Eis gelegt

Der heutige Vorstandschef Niklas Östberg hatte Delivery Hero 2011 gegründet. Mittlerweile arbeiten mehr als 6.000 Menschen für das Unternehmen, das in mehr als 40 Ländern aktiv ist. Wichtigste Märkte sind Europa, Asien sowie der Nahe Osten. Die Berliner Gesellschaft hatte vielfach lokale Wettbewerber übernommen und ist daher in den einzelnen Ländern unter verschiedenen Namen bekannt. In Deutschland können Kunden über Lieferheld, Pizza.de und Foodora bestellen.

Erst im vergangenen Herbst hatte Rocket Internet den geplanten Börsengang des Lebensmittel-Versenders Hello Fresh auf Eis gelegt. Delivery Hero alleine hat seinen Umsatz 2016 auf 297 Millionen Euro fast verdoppelt. Jedoch fiel ein Verlust von 195 Millionen Euro an nach einem Minus von 253 Millionen Euro 2015.

Delivery Hero liefert Menüs von mehr als 150.000 Restaurants aus. Zubereitet wird das Essen dabei vom Restaurant um die Ecke, Delivery Hero übernimmt die Abwicklung der Bestellung und wahlweise auch die Lieferung an den Kunden. Dafür bekommt das Unternehmen vom Restaurant einen Anteil an den Einnahmen.

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