Überwachungskamera am S-Bahnsteig Gesundbrunnen (Quelle: dpa)

17.05.2013 | Bilder dürfen zwei Tage gespeichert werden - Berliner S-Bahn installiert Videokameras an 84 Bahnhöfen

Die Kameras sollen die Zugabfertigung erleichtern und 150 Mitarbeiter einsparen. Doch die Bilder dürfen auch gespeichert werden. Sicherheitsbehörden haben dann darauf Zugriff.

Die Berliner S-Bahn will ab Herbst bis zum Jahr 2015 insgesamt 84 Bahnhöfe mit Videokameras ausrüsten. Die Kameras sollen die Zugabfertigung erleichtern und erfassen einen Ausschnitt der Bahnsteigkante.

Geschäftsführung und Betriebsrat hatten sich zuvor nicht darauf einigen können, neue Kameras zu installieren. Denn die S-Bahn-Fahrer befürchteten, bei der Arbeit kontrolliert zu werden.

Der von der Einigungsstelle ausgehandelte Kompromiss sieht nun vor, dass die Bilder für 48 Stunden gespeichert werden. Auf diese haben dann auch die Sicherheitsbehörden Zugriff. Daran hatte es zuvor Kritik gegeben.

Erklärtes Ziel der S-Bahn ist es, mit den Kameras 150 Mitarbeiter bei der Zugabfertigung einzusparen, um sie an anderer Stelle einzusetzen. Das sei für die Wettbewerbsfähigkeit notwendig, sagte S-Bahn-Sprecher Priegnitz. Ohne Personaleinsparungen sei die Teilausschreibung des Netzes nicht zu gewinnen.

Schild in einem Berliner U-Bahnhof mit dem Hinweis Videoüebrwachung (Bild: dpa)
In allen U-Bahnen gibt es Kameras

BVG nutzt Videoüberwachung umfassender

In den vergangenen Tagen hatte es an dem geplanten Einsatz der Kameras Kritik gegeben, vor allem von Datenschützern. Berlins Datenschutzbeauftragter Alexander Dix sagte der "Berliner Zeitung", er könne nicht erkennen, wozu eine Aufzeichnung von Bildern nutze, die nur einen Streifen am Bahnsteigrand zeigten. Er hatte auch auch die ursprünglich geplante Speicherfrist von 72 Stunden kritisiert. Diese wurde nun auf 48 Stunden begrenzt.

Die S-Bahn setzt die Video-Technik derzeit auf zehn Bahnhöfen zu Testzwecken ein, sie würden aber nicht gespeichert, sagte ein Bahn-Sprecher. Die Berliner Verkehrsbetriebe setzen Videoaufzeichnungen umfassender ein. In allen U-Bahnen und Stationen sowie in rund 80 Prozent der Busse und jeder zweiten Tram sind Kameras installiert.

Während die Gewerkschaft der Polizei eine lückenlose Videoüberwachung im Nahverkehr fordert, ist die Deutsche Vereinigung für Datenschutz dagegen. Das verhindere allein keine Straftaten. Für eine nachhaltige Prävention sei die Technik nicht immer geeignet.