Fahrradfahrer in Brandenburg (Bild dpa)

Werbekampagne soll Gäste locken - Touristen meiden Brandenburger Hochwassergebiete

Die Pegel sind gesunken, doch die Gäste bleiben aus: In vielen vom Hochwasser betroffenen Teilen Brandenburgs klagen Hotelliers und Gastronomen über schwache Auslastung.

Hotel- und Gastbetriebe in einigen Regionen Brandenburgs leiden immer noch unter den Folgen des Hochwassers. Besucher und Gäste blieben aus oder stornierten lange gebuchte Aufenthalte, sagte der Präsident des Brandenburger Hotel- und Gaststättenverbandes Brandenburg, Olaf Schöpe, am Montag in Potsdam. In seiner Existenz sei aber kein Betrieb gefährdet. Mit einer Werbekampagne werde versucht, die Touristen wieder ins Land zu locken.

Nach dem schweren Start in die Saison aufgrund des langen Winters sei aber nun Schnelligkeit notwendig, um Umsatz- und Erlösausfälle auszugleichen. "Unsere Botschaft ist: In Brandenburg ist heute fast alles wieder möglich", sagte Schöpe.

Nach Angaben von Schöpe sind die Ausfälle bislang nicht zu beziffern. Erst mittel- und langfristig seien sie zu ermitteln. Bislang musste aber kein Mitarbeiter in den Betrieben in den hauptsächlich betroffenen Regionen Prignitz, Havelland und Spreewald entlassen werden. Über Urlaub und Abbummeln von Überstunden werde versucht, das auszugleichen. Er rechne auch damit, die Buchungsrückgänge wieder aufzufangen. Das Land unterstütze die Werbekampagne mit rund 100.000 Euro.

Junge Leute sitzend lesend auf einem Bett in einem Berliner Hostel (Bild Imago/Archiv)
Mit einer Bettensteuer wollen Kommunen Touristen zur Kasse bitten, darunter in Potsdam und BErlin.

Dehoga erneuert Kritik an Bettensteuer und Sanssouci-Eintritt

Dehoga-Hauptgeschäftsführer Olaf Lücke erneuerte seine Kritik an der Einführung einer Bettensteuer in Potsdamer Hotels und Pensionen, um Eintritt im Park von Sanssouci zu verhindern. "Das schädigt den Tourismusstandort Potsdam", betonte er. "Wir werden alles tun, um das zu verhindern." Eine Bettensteuer dürfe nicht dazu dienen, Haushaltslöcher zu stopfen.

Noch ist unklar, ob es eine Bettensteuer gibt. Die Stadt will im August darüber beraten, wie sie jährlich eine Million Euro aufbringen kann. Das Geld soll an die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg gehen und dort zur Pflege der Anlagen dienen.

Im Brandenburger Hotel- und Gaststättengewerbe gibt es rund 4.500 Betriebe - Hotels, Pensionen sowie Restaurants und Gaststätten. Sie haben rund 28.000 Mitarbeiter.

Flutopfer erhalten Gutscheine für Energieberatung

Opfer der jüngsten Hochwasser-Katastrophe sollen unkomplizierte Hilfe bei der Sanierung von Häusern und Wohnungen erhalten. Dazu würden 10.000 Gutscheine zur Energieberatung zur Verfügung gestellt, teilten der Bundesverband der Verbraucherzentralen und das Bundeswirtschaftsministerium am Montag in Berlin mit.

Die sonst üblichen Beratungsgebühren von 45 Euro werden für Hochwassergeschädigte den Angaben zufolge vom Ministerium übernommen. Die Gutscheine sind bei den Verbraucherberatungsstellen erhältlich oder als Download unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de abrufbar.

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