
Investitionen in Online-Handel - Berliner Start-up-Schmiede sammelt eine Milliarde Dollar ein
Gründen, investieren, an die Börse bringen oder verkaufen: So in etwa gehen die Berliner Investoren von Rocket Internet vor. In 50 Ländern sind die Samwer-Brüder bereits aktiv, doch es gibt auch Kritik am Geschäftsmodell.
Die Berliner Start-up-Investoren von Rocket Internet haben seit Jahresbeginn Investitionen von rund einer Milliarde Dollar (rund 764 Mio Euro) angezogen. 650 Millionen Dollar seien für einzelne Unternehmen von verschiedenen Investoren gekommen, rund 400 Millionen für die Muttergesellschaft Rocket Internet, teilten die Start-up-Entwickler am Dienstag mit.
Mit dem Geld der neuen Partner aus Schweden und den USA solle das weltweite Netzwerk von Internet-Firmen weiterentwickelt werden. Nach eigenen Angaben ist Rocket Internet derzeit an 75 Unternehmen in 50 Ländern beteiligt, die insgesamt rund 20.000 Mitarbeiter beschäftigen.
Kritik am Geschäftsmodell
Der von den Brüdern Marc, Oliver und Alexander Samwer gegründete Start-up-Entwickler konzentriert sich auf Onlinehandel, etwa mit der deutschen Modeseite Zalando sowie ähnlichen Websites unter anderem in Russland, Asien, dem Nahen Osten und Afrika. Lebensmittel-Lieferdienste und Bezahl-Dienstleister gehören zur Unternehmensgruppe.
Das Geschäftsmodell von Inkubatoren wie Rocket ist es, Internet-Unternehmen zu entwickeln und anschließend an die Börse zu bringen oder zu verkaufen. In der Vergangenheit wurde immer wieder kritisiert, dass Rocket für seine eigenen Start-ups die Geschäftsideen amerikanischer Unternehmen nachbaue. Zalando etwa lehnt sich an den US-Händler Zappos an.
Die Samwer-Brüder gründeten 1999 ein Internet-Auktionshaus nach dem eBay-Modell, das eBay für mehr als 40 Millionen Dollar kaufte. 2000 gründeten die Samwers den Klingeltonhersteller Jamba, später folgten Investitionen unter anderem in MyVideo, studiVZ und Edarling.
