Besucher im Park Sanssouci (Quelle: dpa)

Potsdam plant Bettensteuer - Eintritt in Park Sanssouci soll weiter kostenlos bleiben

Für den Park Sanssouci sollen Besucher auch in Zukunft kein Eintritt zahlen müssen. Stattdessen sollen die für Parkpflege benötigten Gelder über eine Bettensteuer eingenommen werden. Ob das Geld ausreicht, ist ungewiss.

Für den Park Sanssouci soll auch in Zukunft kein Eintritt gezahlt werden. Diese Entscheidung wurde am Montag aus dem Potsdamer Rathaus bekannt. Die Stadt erwägt, das für die Parkpflege notwendige Geld stattdessen über eine so genannte Bettensteuer einzunehmen. Am Montagabend einigten sich die Fraktionsspitzen auf die Einführung einer Steuer auf Übernachtungen.

Ab Mitte des Jahres muss sich die Stadt jährlich mit einer Million Euro an der Parkpflege beteiligen. Um dieses Geld aufzubringen, war zunächst eine Abgabe angedacht, die die Stadt Potsdam von ihren Tourismusbetrieben verlangen sollte. Diese Pläne scheinen aber nun auch vom Tisch zu sein.

Aus Sicht von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) wäre eine Tourismusabgabe die gerechtere, wenn auch kompliziertere Lösung gewesen. Nur dadurch sei gewährleistet, dass die, die vom Tourismus leben, auch für die Steuer herangezogen werden. "Potsdam profitiert in erster Linie vom Tagestourismus, nicht von den Übernachtungen", betonte er.

Erhebung der Bettensteuer schwierig

Die Einführung einer Bettensteuer, die jeder Übernachtungsgast zahlen muss, könnte in Potsdam allerdings Probleme bereiten - ähnlich wie in Berlin, wo die Diskussion über die Einführung der sogenannten City-Tax läuft. Das Bundesverwaltungsgericht verlangt, dass Geschäftsreisende von der Steuer ausgenommen werden: Da die Berliner Hoteliers ihre Gäste aber nicht jedesmal fragen wollen, ob sie aus beruflichen oder privaten Gründen dort übernachten, ist unklar wie die Steuer erhoben werden soll. In Potsdam sollen künftig ausschließlich Hotels und Beherbergungsbetriebe für die Abgabe zur Kasse gebeten werden.

Im Vorjahr kamen 18,5 Millionen Tagestouristen nach Potsdam. Sie brachten 883 Millionen Euro in die Kassen des Einzelhandels und der Dienstleistungsbetriebe in der Tourismusbranche. Hinzu kamen rund 440.000 Übernachtungsgäste in die Landeshauptstadt, die rund eine Million Übernachtungen buchten.