Air-Berlin-Flugzeuge auf dem Rollfeld des Flughafens Tegel (Bild: dpa)

Bilanz des ersten Quartals - Air-Berlin auch ohne Eigenkapital zuversichtlich

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft steht nach dem ersten Quartal ohne Eigenkapital da - aber nicht mehr lange, versprechen Vorstand und Finanzvorstand. Denn das Blatt wende sich langsam für Air Berlin.

Air Berlin steckt weiter in der Finanzklemme: Das Eigenkapital ist aufgebraucht, derzeit steht das Unternehmen dabei sogar mit 53 Millionen Euro in der Kreide.

Trotzdem versuchten Vorstand und Finanzvorstand am Mittwoch, Optimismus zu verbreiten. Denn – so Finanzvorstand Hüttemeier – die Nettoverschuldung sei gesunken, die Liquidität in Ordnung. Außerdem erwarte man für die nächsten beiden Quartale eine saisonale Geschäftsbelebung, sprich: Urlaubsverkehr.
Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock Schauer

Unternehmens-.Chef: Sparprogramm zeigt Wirkung

Auch der neue Vorstands-Chef Wolfgang Prock Schauer äußerte sich zuversichtlich: Das Sparprogramm „Turbine“ zeige Wirkung, der Umsatz sei gestiegen und die Auslastung der Maschinen sei mit rund 85 Prozent die höchste seit dem Börsengang 2006.

Trotz der Verluste zum Jahresbeginn will Deutschlands zweitgrößte Airline zum Jahresstart im kommenden Jahr einen Nettogewinn erzielen – und das auch noch ohne zusätzliche Unterstützung von Großaktionär Etihad. Air Berlin hat das kapitalkräftige Unternehmen aus dem Golf-Emirat Abu Dhabi Ende 2011 an Bord geholt – Etihad stieg mit knapp 30 Prozent bei der Fluglinie ein und half immer wieder mit Finanzspritzen aus.
Air Berlin Schriftzug am BER (dpa, April 2012)
Air-Berlin-Schild wird am künftigen Flughafen BER ausgepackt

Eine Teilöffnung des neuen Flughafens BER, wie sie BER-Chef Mehdorn ins Gespräch brachte, beurteilt Unternehmens-Chef Prock Schauer zurückhaltend. Air Berlin gebe es nur in einem Flughafen, und zwar als Ganzes, sagte er. Wenn der neue Flughafen wirklich zuverlässig funktioniere, werde sein Unternehmen komplett umziehen.

Nach Angaben eines Unternehmenssprechers landen pro Woche rund 800 Air-Berlin-Flieger in Tegel.