
Veolia stimmt Anteilsverkauf zu - Berliner Wasserbetriebe bald wieder Landeseigentum?
Ein vollständiger Rückkauf der Berliner Wasserbetriebe rückt offenbar näher: Auch der letzte private Anteilseigner Veolia stimmte einem Verkauf an das Land zu. Der Preis steht allerdings noch nicht fest.
Zwei Jahre nach dem Volksentscheid über den Rückkauf der Berliner Wasserbetriebe besteht jetzt die Möglichkeit, dass das Land Berlin die Wasserbetriebe wieder vollständig zurückkauft.
Der französische Konzern Veolia, der noch knapp 25 Prozent der Anteile hält, ist nach Angaben von Finanzsenator Nußbaum jetzt dazu bereit, diese Anteile zu verkaufen. Das berichtete Nußbaum im Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses, wie der rbb erfuhr.
Allerdings sei noch nicht über den Preis verhandelt worden. Auch einen konkreten Zeitplan gibt es bisher nicht.
Immerhin bestätigt aber auch ein Sprecher von Veolia, dass man jetzt von Gesprächen zu Verhandlungen übergegangen sei.

Der lange Weg zum Rückkauf
Veolia ist der letzte private Anteilseigner an den Wasserbetrieben. Der zweite private Miteigentümer, RWE, hatte seine Anteile im vergangenen Jahr für 658 Millionen Euro an das Land verkauft.
Das landeseigene Unternehmen war 1999 von der damaligen Großen Koalition teilprivatisiert worden. Das Land blieb mit 50,1 Prozent zwar Mehrheitseigner, dennoch stiegen die Wasserpreise in den Folgejahren drastisch. Das Land als Mehrheitseigner verdiente daran mit.
2011 erzwang ein Volksentscheid die Offenlegung der Privatisierungsverträge, die die Regierung bis dahin unter Verschluss gehalten hatte. Außerdem verfügte das Bundeskartellamt im vergangenen Juni eine Senkung der Trinkwassertarife um bis zu 18 Prozent.
Mittlerweile schwenkten die Sozialdemokraten um und drängen auf den Rückkauf.
