Fördertechnik steht im Braunkohletagebau der Vattenfall AG am Kohleflöz im südbrandenburgischen Welzow. (Quelle: dpa)

Vattenfall bietet auch Wasserkraftwerke an - Neuer Interessent für Vattenfall-Braunkohle

Vattenfall hübscht sein Verkaufsangebot für die Lausitzer Braunkohle auf: Bei Interesse würde der schwedische Staatskonzern auch seine Wasserkraftwerke in Thüringen zugeben. Mittlerweile hat sich ein weiterer Kaufinteressent gemeldet: Tschechiens größter Energiekonzern CEZ.

Für die Braunkohlesparte von Vattenfall in der Lausitz gibt es einen neuen Kaufinteressenten. Der tschechische Stromkonzern CEZ interessiert sich für die Kraftwerke, "seit Vattenfall ihren Verkauf angekünidigt hat", bestätigte ein CEZ-Sprecher einen Bericht des "Wall Street Journal".

Die teilstaatliche CEZ-Gruppe ist eigenen Angaben zufolge einer der zehn größten Energiekonzerne Europas und beliefert seine Kunden auch mit Gas und Wärme. Das Interesse gelte sowohl den zum Verkauf stehenden kohlebetriebenen Kraftwerken als auch den von Vattenfall betriebenen thüringischen Wasserkraftwerken, so der CEZ-Sprecher weiter.

Vattenfall wirft auch Wasserkraftwerke in die Waagschale

Ein Vattenfall-Sprecher sagte in Berlin: "Wir schließen es nicht aus, die Wasserkraftwerks-Aktivitäten mit der Braunkohle zu verkaufen." Er fügte hinzu: "Wenn wir einen Investor bekommen, der die Braunkohle nur mit den Wasserkraftwerken nimmt, dann würden wir das machen." Aktiv wolle das Unternehmen aber nicht die Wasserkraft verkaufen.

Im Herbst hatte der schwedische Staatskonzern seine Braunkohle-Verkaufspläne bekanntgemacht. Vattenfall betreibt in der Lausitz als zweitgrößtem Braunkohlerevier Deutschlands fünf Gruben sowie vier Braunkohlekraftwerke in Brandenburg und Sachsen. Dort arbeiten dem Unternehmen zufolge etwa 8.000 Menschen, direkt und indirekt hängen an der Braunkohle gut 15.000 Arbeitsplätze.

Unklar ist noch, wie sich der Verkauf der Braunkohlesparte auf die geplante Erweiterung der Tagebaue auswirkt. Bislang treibt Vattenfall den Vorgang voran. So soll sollen die Gruben Jänschwalde und Welzow-Süd ab Mitte der 2020er Jahre ausgebaut werden. Insgesamt 1.700 Menschen müssten dafür umgesiedelt werden.

Auch Mibrag-Betreiber und polnische PGE interessiert

Ein CEZ-Sprecher betonte, dass das Interesse der ganzen Braunkohle-Sparte von Vattenfall, also auch den Tagebauen gilt. CEZ betreibt in Tschechien ein Dutzend Kohlekraftwerke und über eine Tochtergesellschaft auch Tagebaue. Ob es bereits zu Gesprächen mit dem tschechischen Konzern kam, wollte der Vattenfall-Sprecher nicht kommentieren.

CEZ ist der zweite Interessent aus Tschechien, der bekanntwurde. Bereits im November hatte der Energiekonzern EPH mitgeteilt, dass er sich eine Übernahme der Braunkohle-Sparte vorstellen könne. Das Unternehmen besitzt bereits die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft Mibrag in Sachsen-Anhalt. Spekuliert wird auch über ein Kaufinteresse des polnischen Energieunternehmens PGE.

Mehr zum Thema