Ein Wohnblock im Berliner Stadtteil Lichtenberg (Quelle: imago/IPON)

Einkommensentwicklung langsamer als Mietsteigerung - Miete belastet Berliner stärker als Kölner oder Stuttgarter

Die Berliner Mieten steigen, aber die Einkommen steigen nicht annähernd so schnell. Dadurch werden Hauptstädter stärker belastet als beispielsweise die Kölner oder Düsseldorfer. Sogar das Kaufen von Wohneigentum ist mittlerweile erschwinglicher als das Mieten.

Die monatliche Miete belastet Berliner stärker als andere Großstädter in Deutschland. Das ergibt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Dagegen müssten Mieter beispielsweise in München, Hamburg und Frankfurt am Main einen höheren Anteil ihres Einkommens an den Vermieter überweisen. Die Studie hat die Mieten ins Verhältnis zur Kaufkraft gesetzt.

Weil in Berlin und Stuttgart die Mieten in den vergangenen fünf Jahren schneller stiegen als die Einkommen, wuchs der entsprechende Index, während er in den anderen fünf Großstädten sank, so das Institut in einer Mitteilung vom Dienstag. Zu den Großstädten, in denen das Einkommen schneller stieg als die Mieten, zählen demnach Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main und Düsseldorf.

Kaufen in Berlin günstiger als Mieten

Die Mieten sind derweil vor allem in Berlin deutlich gestiegen - hier gab es seit 2010 einen Anstieg von 21 Prozent. In allen Großstädten Deutschlands ist unterdessen der Erwerb von Wohneigentum der Studie nach deutlich günstiger geworden, selbst wenn die erwarteten Wertsteigerungen der Grundstücke herausgerechnet werden. Grund dafür seien vor allem die niedrigen Zinsen. So haben sich diese seit 2010 halbiert.

Das Institut geht davon aus, dass auch in absehbarer Zeit mit keinen großen Zinsschritten zu rechnen ist, weshalb dieser Vorteil voraussichtlich noch länger anhalten dürfte. Lediglich in München würden die Kosten des Wohneigentums die Mietkosten allmählich übersteigen.

Institut: über staatlich garantierte Kredite nachdenken

Das Problem sei jedoch, so das Institut für deutsche Wirtschaft, dass nur ein Teil der Bevölkerung vom erschwinglichen Wohneigentum profitieren könne. Denn wer eine Wohnung kaufen möchte, müsse das nötige Eigenkapital von häufig 50.000 Euro oder mehr mitbringen. Die Politik solle daher über staatlich garantierte Kredite nachdenken, um auch Geringverdienern den Wohnungskauf zu ermöglichen.

Der Durchschnittsquadratmeterpreis für Wohnungen liegt der Studie zufolge Ende 2015 in Berlin bei rund 2.385 Euro, in Hamburg bei 3.438 Euro und in München bei 5.329 Euro.

Die Autoren der Studie kritisieren zudem, dass beispielsweise Studenten, Geringverdiener oder Arbeitssuchende in der Regel keine Einkommenszuwächse verzeichnen und somit bei ihnen auch die Wohnkostenbelastung entsprechend stärker gestiegen sei.

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