Eine Kuh auf einer Weide (Bild: imago)

Kritik von Verbraucherschützern - Grüne Woche startet mit "Allzeithoch"

Rekordzahlen für die Grüne Woche 2014: Mehr Länder als je zuvor beteiligen sich ab Freitag an der weltgrößten Agrarschau, und das auf der größten Ausstellungsfläche in deren Geschichte. Viehhalter, Ackerbauern und die deutsche Ernährungsindustrie zeigen sich gut gelaunt. Verbraucherschützer fordern allerdings im Vorfeld der Messe mehr Einsatz für die Umwelt.

Die deutschen Bauern und die Ernährungsindustrie zeigen sich optimistisch vor ihrem weltgrößten Branchentreffen, der Grünen Woche in Berlin. Sowohl Viehhalter als auch Ackerbauern gingen mit guten Aussichten in das neue Jahr, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied am Mittwoch in Berlin. Auch die Bundesvereinigung der Ernährungsindustrie (BVE) erwartet in diesem Jahr wieder ein Umsatzplus.

Die gute Lage an den Agrarmärkten spiegelt sich in der Beteiligung an der Grünen Woche, die am Donnerstagabend offiziell eröffnet wird: Mit 1650 ist die Ausstellerzahl so hoch wie seit 15 Jahren nicht. Die Zahlen von 70 vertretenen Ländern und 124 000 Quadratmetern Hallenfläche sind Rekordwerte. "Die Grüne Woche befindet sich im Allzeithoch", sagte Messechef Christian Göke. Vom 17. bis 26. Januar erwartet die Messe wieder mehr als 400.000 Besucher, darunter 100.000 Fachbesucher.

Lebensmittelbranche setzt vor allem auf Export

Die Lebensmittelbranche will in diesem Jahr vor allem mit dem Export punkten. Es werde mit einem Umsatzwachstum von bis zu vier Prozent gerechnet, erklärte BVE-Hauptgeschäftsführer  Christoph Minhoff. Zwar sei der Export im vergangenen Jahr mit 5,2 Prozent weniger stark gewachsen als in den vergangenen Jahren, mit knapp 54 Milliarden Euro habe er aber wieder ein Rekordniveau erreicht.

Im Inland hingegen sieht die BVE die Lage gespannt. Gründe seien der harte Wettbewerb, hohe Produktionskosten und gestiegene Kundenansprüche. Verbraucher müssen sich darauf einstellen, dass die Lebensmittelpreise in diesem Jahr weiter steigen. "Wir gehen nicht von sinkenden Preisen aus", sagte Minhoff.

Traktor auf einem Feld (Quelle: dpa)
Das Umweltbundesamt fordert eine Änderung der Düngeverordnung.

"Die Umwelt muss schon heute zahlen"

Im Vorfeld der Grünen Woche mahnen Verbraucherschützer und das Umweltbundesamt jedoch mehr Einsatz für den Umweltschutz im Lebensmittelbereich an. "Die Umwelt muss für die Produktion und den Verbrauch von Lebensmitteln schon heute zahlen. Langfristig werden auch die Verbraucher die Folgen spüren", sagte Holger Krawinkel vom Verbraucherzentrale-Bundesverband am Mittwoch in Berlin. Ein Fünftel der deutschen Treibhausgasemissionen gingen auf die Ernährungsbranche zurück.

Als eines der dringlichsten Probleme sehen die Verbraucherschützer den stagnierenden Ausbau der Öko-Landwirtschaft. Das Entwicklungsziel der Bundesregierung, 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland von Bio-Bauern bestellen zu lassen, sei in weite Ferne gerückt, sagte der Präsident des Umweltbundesamtes, Thomas Holzmann.

Ein wenig bekanntes, aber gravierendes Problem sei die Belastung von Luft und Grundwasser durch überschüssigen Stickstoff aus der Landwirtschaft. Holzmann fordert deshalb eine Reform der Düngeverordnung. Zur Emission von Stickstoff und Treibhausgasen trägt aus Sicht der Verbraucherschützer auch der hohe Fleischkonsum und die Verschwendung von Lebensmitteln bei. Daher solle die Bundesregierung stärker über die Folgen für Umwelt und Gesundheit aufklären, sagte Verbraucherpolitik-Experte Krawinkel.

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