17. bis 26. Januar 2014 -
Die "größte Schlemmermeile der Welt" bittet zu Tisch
Ob Speiseeis mit Safranfäden oder Käse, der den Blutdruck senkt - auch in ihrer 79. Auflage wartet die Grüne Woche in Berlin mit ungewöhnlichen kulinarischen Spezialitäten auf. Gerade deshalb ist die weltgrößte Ausstellung für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau bei den Messegästen so beliebt. Mehr als 400.000 Besucher werden wieder erwartet. Die Ausstellungshöhepunkte im Überblick.
Es muss nicht immer Schnitzel mit Mischgemüse oder Bohnen-Eintopf sein: An zehn Tagen im Jahr begeben sich Einheimische und Hauptstadtbesucher in Berlin auf die Suche nach außergewöhnlicheren Speisen. In Massen strömen sie zum Messegelände unter dem Funkturm und werden auf der Grünen Woche fündig bei Spießbockbraten oder Elch-Burger.
Unter dem Motto "Festival der Sinne" sind vom 17. bis 26. Januar auf der 79. Grünen Woche rund 1.650 Aussteller aus 67 Ländern vertreten, um ihre regionalen Spezialitäten an den Mann zu bringen. Nicht ohne Grund wird die Messe auch als die "größte Schlemmermeile der Welt" bezeichnet.
Kulinarischer Neugier sind keine Grenzen gesetzt
Das offizielle Partnerland ist in diesem Jahr Estland (Halle 8.2). Seit mittlerweile 1994 ist der baltische Staat Stammgast auf der Grünen Woche. Am Stand des Landes gibt alles, was für die Ostseeregion typisch ist: Heringe, Sprotten und Flundern, schwarzes Roggenbrot und Gerstenbier. Das Außergewöhnliche kann der Besucher in Form von Bären- und Elchfleisch sowie blutdruckbeeinflussendem Käse probieren.
Zum ersten Mal wird Montenegro (Halle 7.2c) an der Grünen Woche teilnehmen und legt mit einer großen Auswahl an Fleisch, Wurst, Säften und Backwaren einen "köstlichen" Start hin. Aber auch alte Bekannte kehren wieder in die Messehallen zurück: Saudi-Arabien (Halle 6.2a) ist nach 21 Jahren wieder mit dabei und bietet Datteln aus den Wüstenoasen oder Kaviar von Fischen des Persischen Golfes an.
Während draußen die Temperaturen weit im Minusbereich liegen, ist es im Inneren der Berliner Messehallen am Funkturm mollig warm.
Zehn Tage lang konnten die Besucher auf der "Grünen Woche" kulinarische Spezialitäten aus Brandenburg, Berlin und der Welt probieren und kaufen.
Anlässlich des Brandenburg-Tages am Montag stattete Ministerpräsident Dietmar Woidke der Grünen Woche einen Besuch ab und griff selbst zum Taktstock, um das landeseigene Polizeiorchester zu dirigieren.
Vom Sekt mit seinem sächsischen Amtskollegen Stanislaw Tillich ging es weiter ...
... zum Fassanstich mit Freibier ...
... bis hin zum Fotoshooting mit dem neuen BUGA-Maskottchen.
Ein Königreich für Kuchenfans: Zahlreiche Besucher drängten sich in der Biohalle am Brot- und Kuchenstand.
Die erste Grüne Woche im Jahr 1926 war noch nicht international ausgerichtet. Heute gibt es eine Vielzahl von Vertretern aus der Nahrungs- und Landwirtschaftsindustrie: ob Trockenfrüchte aus dem Iran oder ...
... oder natürliche Pflanzenölseifen der Landseifen-Manufaktur aus Schönwalde: Insgesamt waren auf der Grünen Woche 1.650 Aussteller aus 67 Ländern vertreten.
Auch für die Jüngsten gab es bei der Grünen Woche einiges zu sehen: "Live-Exponate", wie dieses Highland Cattle, konnten in der Tierhalle bestaunt werden.
Ein Prosit in der Halle des Landwirtschaftsministeriums: Bundesminister Hans-Peter Friedrich (CSU) stieß am Sonntag mit den deutschen "Produkt"-Königinnen an.
Bayern in Berlin: Auf der Internationalen Grünen Woche war die Bayern-Halle äußerst beliebt. Standesgemäß gab es hier alles rund um Bier, Brezn und Weißwürste.
Apropos Würste: auch die Produktionswege wurden auf der Grünen Woche transparent gemacht: vom Anfang ...
... bis zum Ende. In sorbischer Tracht präsentiert hier Ausstellerin Susanne Roch Golßener Wurst.
Kennt jeder. Mag auch fast jeder: Thüringer Klöße sind eine Spezialität aus dem ostdeutschen Bundesland. Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht half beim Klößekochen fleißig mit.
"Möchten Sie probieren?" ist ein Satz, der aus jeder Ecke schallt. Gurken Paule preist den guten Geschmack seiner Spreewald-Gurken - und präsentiert Testhäppchen, um Kunden anzulocken.
Tannen aus Werder - eine Frau in Tannenkostüm macht auf die Naturprodukte aufmerksam.
Bereits am ersten Tag strömten die Besucher auf die Messe und auch in die Brandenburg-Halle. "Staus" gehören zur "Grünen Woche" einfach dazu,...
... aber die beiden Damen scheint das nicht zu stören. In Ruhe genießen sie eine Spargelsuppe und einen Spargelschnaps aus Beelitz.
Wer lieber bei Pfannkuchen bleibt, kommt auf der "Grünen Woche" auch nicht zu kurz.
Der nächste Frühling kommt bald - im "Haus und Garten" Bereich hatten Gartenfreunde die Qual der Wahl. Das angebotene Pflanzenzwiebel-Sortiment war groß.
Auch die Hauptstadt präsentierte sich auf der Grünen Woche in einer überschaubaren Halle.
Mit dabei: Die Berliner Currywurst vom Kreuzberger Imbissbetreiber "Curry 36"...
...und vegane Köstlichkeiten, wie zum Beispiel Tofu-Bolognese.
Mit Sorgfalt richtet eine Köchin aus Norwegen in einer der internationalen Hallen ein Dessert mit Himbeeren zu.
Frisch gepressten Apfelsaft konnten Besucher auf ihrer "Deutschland-Tour" bei Bremen kaufen.
Heiß begehrt: die "Tasty Tom" Tomaten aus den Niederlanden.
Kurz vor der Eröffnung der Messe am Donnerstag machte Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) einen Vorab-Besuch in der Brandenburg-Halle und assistierte Koch Ralf Weißmann beim Flambieren eines Kürbis.
Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU) macht sich ein Bild vom Obst-Angebot...
... und gleich eine Kostprobe dazu.
Auf dem "Erlebnis Bauernhof" machte sich Bauernpräsident Joachim Rukwied nützlich und pflanzte Raps.
Letzte Vorbereitungen: Eine Plastik-Kuh findet ihren Weg zum Erlebnis-Bauernhof in Halle 3.2.
Aus Holland nach Berlin: ein Käsemädchen bringt frischen Gouda zur Grünen Woche vors Brandenburger Tor.
Vom 17. - 26. Januar ganz in grün: Anlässlich der weltgrößten Ausstellung für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau erstrahlte der Funkturm in grünem Licht. Weitere Bildergalerien | Zum Artikel
Besucher können aus mehr als 100.000 Spezialitäten wählen
Anfang November 2013 wurden die Philippinen (Halle 6.2a) von einem verheerenden Taifun heimgesucht. Kurz nach der Katastrophe stand trotzdem die Entscheidung fest, nach zehnjähriger Pause wieder zur Grünen Woche anzureisen. Desweiteren ist auch Portugal nach 12 Jahren wieder vertreten - mit ausgefallenen Käse- und Wurstspezialitäten sowie traditionellen portugiesischen Fleischtörtchen.
Produkte wie Rentierfleisch aus Finnland, Känguru, Krokodil und prämierte Weine aus Australien, Safraneis aus dem Iran oder Fruchtbier und Spießbockbraten aus Afrika runden das Angebot ab. Insgesamt kann das kauffreudige Publikum (2013 wurden pro Kopf 113 Euro ausgegeben) aus über 100.000 Spezialitäten auswählen. Wer wirklich alle Stände in den 26 Hallenkomplexen aufsuchen möchte, muss dafür acht Kilometer Fußmarsch zurücklegen.
Und die Hallen werden wieder gut gefüllt sein: 2014 werden wie im Vorjahr wieder über 400.000 Besucher erwartet, sagt Wolfgang Rogall, Pressesprecher der Messe Berlin, gegenüber rbb online. Darunter werden auch etwa 100.000 Fachbesucher sein. Zudem rechnet Rogall mit mehr als 2.000 Reisebussen, die von ganz Deutschland aus die Grüne Woche ansteuern werden.
Allein 50.000 Besucher werden täglich in der Brandenburg-Halle (Halle 21a) erwartet. Seit 22 Jahren ist das Bundesland auf der Grünen Woche vertreten. Neben Agrarprodukten und neuen sowie altbewährten Spezialitäten zeigt die Mark aber auch ihre Vorzüge als Urlaubs- und Freizeitziel. Besucher erhalten Ausflugs- und Übernachtungstipps und können sich über Sport- und Kulturangebote informieren.
Die Hauptstadt selbst präsentiert sich in Halle 21b unter dem Motto "Berlin - ein Wunderland". Hier gibt es beispielsweise Berliner Kaffee, Cupcakes, Hauptstadt-Bier und Senfkreationen zu probieren.
Auf Tuchfühlung mit Tieren und Blumen
Bio-Produkte nehmen in den Regalen der Supermärkte und im Bewusstsein der Menschen einen immer größeren Platz ein. In der Biohalle (Halle 1.2b) präsentieren die Anbau-Verbände Bioland, Biokreis, Demeter oder Naturland ihre Produkte. Die Bio-Vielfalt gibt es natürlich auch zum Probieren, so beispielsweise Biohirsch-Würstchen aus Brandenburg, Schafskäse aus Ostfriesland, essbare Blüten aus dem Allgäu oder Wein aus der Pfalz. Vorführ- und Mitmachaktionen zu den Themen "Bienen" und "Boden" werden speziell für Schulklassen angeboten.
Die Tierhalle ist vor allen bei Kindern sehr beliebt.
Abseits von Essen und Trinken haben sich in den letzten Jahren auf der Grünen Woche aber noch andere Publikumsrenner entwickelt: Blumen und Tiere. Mehr als 30.000 Pflanzen erwarten die Besucher in der Blumenhalle (Halle 9). In diesem Jahr lautet das Motto vor Ort "Internationales Parlament der Blumen". Palmen aus dem spanischen Alicante, tausende Tulpen aus Holland, südamerikanische Sukkulenten und asiatische Azaleen sorgen hier für Frühlingsgefühle im Winter.
Beliebter Anziehungspunkt vor allem für Familien mit Kindern sind die Tiere. Um lange Wege zu vermeiden liegen in diesem Jahr die Sonderschau "Erlebniswelt Heimtiere" (Halle 26) und die Tierhalle (Halle 25) in direkter Nachbarschaft.
Wichtige Messeinfos für Besucher
Veranstaltungsort
Die Internationale Grüne Woche findet von 17. bis 26. Januar 2014 in den Messehallen 1-26 am Messedamm in 14055 Berlin statt.
Am 18., 24. und 25. Januar hat die Messe jeweils von 10:00 bis 20:00 Uhr geöffnet.
Eingänge und Kassen
Eingang Süd
Eingang Halle 7
Eingang Ost Halle 14
Eingang Nord Halle 19
Eingang Halle 25
Eingang ICC
Eintrittspreise
Tageskarte: 13 Euro Ermäßigte Karten für Schüler und Studenten: 9 Euro
Kinder unter sechs Jahren haben freier Eintritt Familienticket für maximal zwei Erwachsene und maximal drei Kinder (bis 14 Jahre): 26 Euro
Happy Hour-Karte (jeden Tag ab 14:00 Uhr): 9 Euro Sonntags-Ticket (19. und 26.1.): 10 Euro
Schülergruppen- und Klassenkarten kosten pro Person 4 Euro und Gruppenkarten (ab 20 Personen) 11 Euro.
Die Grüne Woche-Dauerkarte ist für 42 Euro erhältlich. Wer Wartezeiten an den Kassen vermeiden will, kann Eintrittskarten im "Online-Ticketshop" der Grünen Woche erwerben.
Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Sie erreichen die Messehallen per S-Bahn mit folgenden Linien: S3, S5, S7 oder S75 bis Station "Westkreuz", S3 oder S75 bis Station "Messe Süd" und S41, S42 und S46 bis Station "Messe Nord/ICC".
Mit der U-Bahn: Die U2 bis zu den Stationen "Kaiserdamm" oder "Theodor-Heuss-Platz" fahren.
Außerdem fahren folgenden Buslinien zum Messegelände: 104, 139, 349, M49, X34, X49.
Anfahrt mit dem Auto
Die Veranstalter raten, das Auto - wenn möglich - stehen zu lassen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Grünen Woche zu fahren.
Ansonsten befinden sich Parkplätze auf und um das Messegelände herum:
Jafféstraße, Masurenallee, Parkhaus ICC, Neue Kantstraße und Olympiastadion mit kostenlosem Bus-Shuttle zum Messegelände
13 Bundesländer und ihre regionalen Spezialitäten: Die Deutschland-Tour dauert einen vollen Messetag und hat eine Länge von 3,8 Kilometern. Es geht durch Berlin und Brandenburg, Hessen, Bayern oder Bremen. Empfohlener Eingang: Nord (Hammarskjöldplatz)
Wer die globale Speisekarte der Grünen Woche erkunden will, sollte die internationale Tour machen. Man sollte ein bis zwei Tage einplanen. Die Reise führt durch Länder wie Bulgarien, Russland, Saudi-Arabien oder Madagaskar. Empfohlener Eingang: Nord oder Süd.
Wer auf der Grünen Woche mit Kind und Kegel unterwegs ist, für den ist die Familien-Tour ratsam. In vier Stunden geht es unter anderem über den ErlebnisBauernhof, die Tierhalle und die Erlebniswelt Heimtiere. Empfohlener Eingang: Süd (Jafféstraße)
In zwei Stunden können Besucher auf dieser Tour Estland, das Partnerland der Grünen Woche 2014 genauer kennenlernen. Der baltische Staat ist in Halle 8.2 zu finden. Empfohlener Eingang: Nord, Süd oder Ost
Wer sich kulinarisch verwöhnen lassen will, ist hier genau richtig. Ob Fisch oder Fleisch, Bier, Wein oder Sekt, Kräuter, Gewürze und Tee oder Bio - die Markt-Tour bietet in sechs Stunden für jedne Geschmack etwas. Empfohlener Eingang: Ost (Messedamm)
Auf dieser Tour gibt es Landwirtschaft zum Anfassen: An einem Messetag geht es unter anderem über den ErlebnisBauernhof, durch die Tierhalle, mit einem Abstecher bei den Jägern und der Holzbranche. Empfohlener Eingang: Süd (Jafféstraße)
In drei Stunden die wirklich grüne Seite der Messe kennenlernen, geht auf dieser Tour: Sie führt natürlich durch die Blumenhalle. Desweiteren können sich Besucher über Urban Gardening informieren. Empfohlener Eingang: Ost (Messedamm)
Was auf der Grünen Woche alles "bio" ist, können Besucher auf dieser Tour erfahren, die in etwa einen Tag dauert. Man erkundet die Biohalle und macht Abstecher in andere Länder, die Bio-Produkte vorstellen. Empfohlener Eingang: Eingang Süd