Rotweine vom Werderaner Wachtelberg in Brandenburg (Quelle: dpa)

Häppchen vom Erzeuger - Kuppeltour für Küchenchefs

Mit tiefgefrorenem Schnitzel und Gemüse aus dem Großmarkt können Gastronomen und Hoteliers heute in der Regel kaum noch bestehen. Regionale Produkte sind gefragt, darauf müssen sich die Unternehmer einstellen. Um Kontakte zu knüpfen, sind 50 Vertreter aus der brandenburgischen Touristikbranche gemeinsam über die Grüne Woche in Berlin gezogen. Von Karsten Zummack

Eine Weinprobe aus Werder - da lassen sich die Gastronomen, Hoteliers, Zimmervermieter aus der Region nicht lange bitten.

Mühsam kämpfen sie sich durch die rappelvolle Brandenburg-Halle. Darunter ist auch Diana Glass. Sie leitet im Prignitz-Dorf Rühstädt ein Wellness-Hotel und ist auf der Suche nach neuen kulinarischen Anregungen. Ihre Gäste fragen immer wieder nach Produkten aus der Region und nehmen auch gerne kulinarische Andenken mit nach Hause, erzählt sie. "Das ist heutzutage einfach 'In', den Honig aus dem Nachbarort zu kaufen".

Gut möglich, dass sie nach der Grünen Woche neue regionale Produkte in ihrem Haus anbietet. Genau darum geht es den Initiatoren der ungewöhnlichen Messe-Tour wie Andreas Zimmer von der Tourismus-Marketing-Gesellschaft TMB. Tourismus und Ernährungswirtschaft müssen an einem Strang ziehen, sagt Zimmer. "Wir denken, da liegt besonderes viel Potenzial in der Entwicklung von Brandenburg".

Wein vom Werderaner Wachtelberg

Mit Initiativen wie "Brandenburger Gastlichkeit" oder "Bauer sucht Koch" wurden in den vergangenen Jahren bereits einige Restaurants und Lebensmittel-Erzeuger verkuppelt. Davon profitieren am Ende beide Seiten, sagt Kai Rückewold vom brandenburgischen Marketing-Verband Pro Agro. Dabei - so räumt er ein - ist so eine Umstellung gerade für Gastronomen nicht ganz problemlos zu stemmen. Ein Problem sind die Preise, die hoch angesetzt werden müssen, weil handwerklich erzeugte Produkte entsprechend teurer sind. "Da muss dann in der Karte aufzeigen, woher kommt mein Gemüse und mein Öl. Dass ist dann auch erheblich mehr Aufwand". Doch es lohnt sich, meint Rückewold. Und nicht zuletzt setzen die Erzeugerbetriebe auf die regionale Gastronomie.

Auch Jens-Uwe Poel, der auf der Grünen Woche Wein vom Werderaner Wachtelberg anpreist. Der Betrieb will seine Anbaufläche jetzt ausbauen und sucht deshalb eben auch nach neuen Geschäftskunden. Poel findet es wichtig, dass die Gastronomen wissen, dass es auch in Brandenburg Wein gibt. "Dann hoffen wir, dass die das weiter tragen und eventuell unsere Weine auf der Karte zu finden sind".

Immer auf der Suche nach neuen Tipps

Die Prospekte des Winzers gehen jedenfalls bei der Tour auf der Grüne Woche gut weg. Auch Tatjana Ranglack ist interessiert - sie ist zwar keine Gastronomin, bietet aber in Potsdam Ferienwohnungen an. Auch ihre Gäste suchen immer wieder nach Tipps für die Umgebung. "Da müssen wir uns auch ein bisschen umschauen, um auf dem Stand zu bleiben."

Beitrag von Karsten Zummack, Inforadio