Jungtiere in einem Hähnchenstall für einen Geflügelproduzenten (Quelle: dpa)

Brandenburg investiert in neue Anlagen - Vogelsänger verteidigt Ausbau der Massentierhaltung

Trotz scharfer Proteste gegen neue, riesige Schweine- und Hähnchenmastanlagen in Brandenburg setzt Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) auf die Tierproduktion in großem Stil. Brandenburg habe zu wenig Tiere, und neue Mastanlagen seien Investitionen "ins Tierwohl", sagt der Minister kurz vor Beginn der Grünen Woche.

Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) hat angekündigt, auch künftig große Tiermastanlagen mit Landes- und EU-Geldern zu fördern.

Kurz vor Beginn der Internationalen Grünen Woche in Berlin sagte der Minister dem rbb am Donnerstag: "Neuere Anlagen haben immer einen höheren Standard als alte Anlagen.“ Diese neuen Auflagen sorgten für Investitionen "ins Tierwohl".  Vogelsänger wies darauf hin, dass in Deutschland jeder Mensch durchschnittlich etwa 36 Kilo Schweinefleisch pro Jahr esse. Das Interesse seines Hauses sei es, einen möglichst großen Anteil dieses Fleisches in Brandenburg zu produzieren.

Vogelsänger hält Brandenburgs Tierbestand für gering

Nach Einschätzung des Ministers hat Brandenburg im Ländervergleich nur einen geringen Viehbestand.

Angesprochen auf seine vor wenigen Wochen geäußerte und von vielen Seiten scharf kritisierte Forderung nach einer Ausweitung der Tierhaltung im Land, schränkte Vogelsänger dies nun ein und erklärte: "Die erste Aufgabe ist es, für eine leistungsfähige Landwirtschaft zu sorgen und auch in neue Anlagen zu investieren."

Leistungsfähigkeit auf der Grünen Woche

Seine Aufgabe sei es auch, die Vielfalt der Brandenburger Landwirtschaft mit ihren 5.500 Agrarbetrieben zu erhalten. Ein Beispiel dafür sei auch der Auftritt des Landes und vieler Brandenburger Unternehmen auf der Grünen Woche. Hier werde an 77 Ständen von mehr als 200 Brandenburger Ausstellern die Leistungsfähigkeit der Branche demonstriert.

Die Grüne Woche wird am Donnerstagabend von Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU) offiziell eröffnet. Ab Freitag kann sich das breite Publikum die Schau ansehen. Die Messe läuft bis zum 26. Januar.

 

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Klausdorf sollte eigentlich eine neue Schweinemastanlage bekommen. Doch die Pläne sorgten in dem kleinen Ort für heftige Proteste. Die Einwohner fürchteten massive Umweltbelastungen. Die Agrargesellschaft Sperenberg machte schließlich einen Rückzieher und stoppte die Verkaufsverhandlungen mit der Saalower Schweinemast. Trotzdem: Die Nachfrage nach neuen Mastanlagen in Brandenburg steigt. Für deren Genehmigung hat Matthias Freude, Chef des Landesumweltamtes, klare Kriterien.