Ein Mädchen zieht am 24.01.2014 eine aufgeblasene Plastik-Kuh auf der Grünen Woche in Berlin hinter sich her (Quelle: dpa)

Abschluss der Grünen Woche - Sie kamen, aßen - und protestierten

Zehn Tage lang lockte die Internationale Grüne Woche Besucher an, mehr als 400.000 Menschen strömten in die Messehallen - zum Schauen, Kaufen und Kauen. Weitere Zehntausende kamen ebenfalls wegen der Agrarschau nach Berlin - allerdings um zu demonstrieren. Am Sonntag ging die Grüne Woche zuende.

Nach zehn Messetagen endete am Sonntag die Internationale Grüne Woche in Berlin. Mehr als 410.000 Besucher sind nach Veranstalterangaben in die Messehallten unter dem Funkturm gekommen. Das waren etwa 3.000 mehr als vor einem Jahr.

Die Zahl wurde am Sonntag noch einmal nach oben korrigiert - es sei am letzten Tag der Messe schon vormittags noch einmal richtig voll gewesen, sagte Messesprecher Wolfgang Rogall. "Wir sind sehr sehr zufrieden."

Verbandspräsident Joachim Rukwied sprach vorab schon von einem Erfolg der Messe und guter Stimmung bei Bauern und Ausstellern. "Sie hat sich zu einer internationalen agrarpolitischen Diskussionsplattform entwickelt."

In diesem Jahr waren 1.650 Aussteller aus der Rekordzahl von 70 Ländern auf der weltgrößten Agrarmesse präsent. Auch die Ausstellungsfläche war nach Messeangaben so groß wie nie zuvor.

Jeder Besucher gab für Speisen, Getränke und Bestellungen durchschnittlich 114 Euro auf der Messe aus, wie die Veranstalter schätzen. Der Umsatz der Aussteller belaufe sich auf insgesamt 47 Millionen Euro.

Stand bot Wal-Häppchen an

Während der diesjährigen Grünen Messe kam es aber auch zu Zwischenfällen. So beschlagnahmte der Zoll drei Kilogramm Walfleisch. Dieses wurde an einem norwegischen Stand als marinierte Häppchen verkauft. Walfleisch darf nach Deutschland weder eingeführt noch hierzulande verkauft werden.

Gegen die Standbetreiber laufen Strafverfahren, ihnen drohen eine Geld- oder Haftstrafe. Die Walschutzorganisation WDC sprach von einem Skandal und forderte schärfere Kontrollen.

Proteste gegen Massentierhaltung

Parallel zur Messe hatten am vergangenen Samstag aber auch mehrere zehntausend Menschen in Berlin für eine Agrarwende demonstriert. Sie forderten, dass Bauern und Ernährungsindustrie Tiere und Klima besser schützen. In den Folgetagen kam es unabhängig davon auf dem Messegelände zu kleineren Protestaktionen der neuen Initiative "Grüne Woche demaskieren". Sie wirft der modernen Landwirtschaft vor, Menschen, Tiere und Umwelt auszubeuten. Einige Aktivisten kletterten sogar auf den Funkturm und entrollten dort ein Protestbanner.

Bauernpräsident Rukwied lehnte einen Dialog mit diesem Teil der Kritiker, etwa über Tierhaltung, ab. "Es gibt Gruppen, die das per se nicht wollen, und mit denen über eine weitere Verbesserung der Nutztierhaltung zu sprechen, macht einfach keinen Sinn", sagte Rukwied. Mit Organisationen wie dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), der auch zu der Großdemonstration aufgerufen hatte, wolle er aber wie bisher im Gespräch bleiben, versicherte der Bauernpräsident.

 

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